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Time to say Goodbye - Auf zu neuen Ufern

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11 Tipps, wie du deinen Heißhunger auf zuckerhaltige und ungesunde Lebensmittel stoppst

Heißhungerattacken sind der schlimmste Widersacher während einer Phase, in denen du auf deine Ernährung achten möchtest.

 

Das Hungergefühl im Zuge einer Heißhungerattacke ist stärker, als normal üblich. Das Verlangen ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die einen haben unglaublich Lust auf Schokolade und Süßigkeiten, während andere sich maßlos mit deftigen Mahlzeiten überfressen.

 

Das gesteigerte Bedürfnis nach ungesundem Essen ist vordergründig für Dein Gewichtsproblem verantwortlich. Heißhungerattacken, bei denen du ungesunde Fertigprodukte oder Süßigkeiten zu dir nimmst, hindern Dich, aufgrund der hohen Kalorienanzahl daran, Dein Gewicht zu reduzieren und zu halten.

 

Nachfolgend findest Du 11 einfache Tricks und Tipps, wie Du den Heißhunger auf süße und schädliche Nahrungsmittel stoppen kannst.

 

1. Trinke viel Wasser

Durst wird oft mit Hunger bzw. plötzlich auftretendem Appetit verwechselt.

Wenn du ein großes Glas Sprudelwasser trinkst, flacht der erste große Kohldampf gehörig ab. Deshalb wäre es klug etwas zu trinken, ehe Du zum Kühlschrank gehst.

Meistens legt sich der Drang einige Minuten später. In diesem Fall hat Dein Körper tatsächlich nicht nach etwas Essbarem verlangt, er brauchte einfach Erfrischung.

Dem Organismus täglich viel Flüssigkeit zu zuführen ist im Allgemeinen sehr zuträglich für die Gesundheit. Gerade ältere Personen und die Herrschaften mittleren Alters kann ein Glas Wasser vor einer Mahlzeit helfen. Der Magen ist so mithilfe des Getränks bereits vor der Nahrungsaufnahme gefüllt. Das Sättigungsgefühl tritt infolgedessen zügiger ein. Eine gute Methode um das Körpergewicht zu reduzieren (1, 2, 3).

 

Um die Getränke Bier, Kaffee und Sprudel geht es in dieser Folge meines Podcasts.

 

Merke:
Wasser trinken hilft sowohl dabei Hungerbedürfnisse zu stillen und ist durch die geringere Essensaufnahme (=weniger aufgenommene Kalorien) auch positiv für deinen Abnehmerfolg.

 

2. Iss mehr Proteine

Protein ist Eiweiß. Du findest es in Milchprodukten, Fisch, Käse und natürlich in Eiern. Fleisch enthält ebenfalls viel Protein. Ganz besonders hervorzuheben ist das Rind mit etwa 20.7 % Proteinanteil.

Eine proteinreiche Ernährung kann deinen Appetit verringern, sättigt dich langanhaltend und bewahrt dich davor, zu viel zu essen (4).

Deshalb sei Dir empfohlen, sie hauptsächlich in das Abendessen einzuplanen. Morgens und am Mittag darfst Du ruhig Kohlenhydrate einkalkulieren. Sie sind abends eher unpassend, da sie nachts schlecht abgebaut werden.

Bei einer Studie mit übergewichtigen Mädchen im Teenageralter bekamen diese ein Frühstück, reich an Proteinen. Es zeigte sich, dass die Lust auf Zwischenmahlzeiten rasch bedeutend nachließ (5).

In einer weiteren Analyse unterzogen sich stattliche Männer einer Proteinkur. Im Verlauf wurde deutlich, dass die ansteigende Einfuhr von 25% Eiweiß am Tag, den Heißhunger in der Nacht um 50 % senkte (6).

 

Zu Thema "Proteine/Eiweiße" habe ich vor einigen Jahren einen meiner ersten Podcastfolgen gedreht.

 

Merke:

Eiweiß ist ein Appetitzügler. Die Gier fettige Nahrung zu konsumieren wird durch eine höhere Eiweißversorgung um rund 60% gebändigt. Selbst die nächtlichen Naschattacken lassen bis zu 50 % nach.

 

3. Halte dich von den Verführungen fern

Wenn du merkst, dass du Lust auf Süßes bekommst, dann halte dich nicht in der Nähe von den süßen und ungesunden Versuchungen auf.

Versuche dich von dem Gefühl des Verlangens abzulenken. Gehe z.B. spazieren oder nimm ein Bad. Durch andersartige Aktivitäten kommst du auf andere Gedanken. Der Heißhunger ist danach garantiert verflogen.

Einige Studien haben außerdem ergeben, dass das Kauen von Kaugummi das Magenknurren eindämmt (7, 8).

 

Auf schnelle und langsame Kohlenhydrate gehe ich in dieser Podcastepisode ein.

 

Merke:
Sorge für eine gewisse Distanz zu dir und den süßen Versuchungen. Ein schönes heißes Bad, ein Spaziergang in der Natur oder Kaugummikauen kann sehr gut vom Hunger ablenken.

 

4. Plane Deine Mahlzeiten genau ein

Wenn die Möglichkeit für Dich besteht, ist es vorteilhaft, Dir einen Speiseplan für den drauffolgenden Tag aufzustellen. Noch besser ist es, wöchentlich vorzuplanen.

Falls Du im Vorhinein eine Idee hast, was Du essen magst, kommst Du nicht in die Bedrängnis. Das Gefühl spontan etwas Essen zu müssen und die damit verbundene Unsicherheit wird Dich nicht überfallen. Dem unbeabsichtigten Kauf am Kiosk etc. kannst Du damit gut vorgreifen.

Eine Low Carb Ernährung ist besonders effektiv, wenn du abnehmen willst. Mit einem kostenlosen Low Carb Ernährungsplan für 7 Tage bist du gut vorbereitet und vermeidest plötzlich auftretende Heißhungerattacken die deinen Abnehmerfolg wieder zunichtemachen. 

 

Industriezucker macht uns krank! Stimmt nicht? Hör mal rein!

 

Merke:
Stellst du Dir einen Essensplan für den nächsten Tag oder die ganze Woche vorher zusammen, wirst du keine spontanen Einkäufe machen. Das schlechte Gewissen bleibt damit aus. Beides Dinge, die akute Essgelüsten hervorrufen.

 

5. Vermeide es, extrem hungrig zu werden

Dein leerer Magen ist die Hauptursache, warum Dich Heißhungerattacken überhaupt überfallen.

Die beste Möglichkeit, dass zu vermeiden, ist für Dich geregelte Mahlzeiten und Zwischensnacks einzunehmen. Bereite die Stärkung immer zu festen Uhrzeiten zu. Ist der Magen doch einmal zu leer, dann probiere es mit einer gesunden Zwischenmahlzeit.

Zwischendurch kannst Du z. B. Obst oder einen Müsliriegel zu dir nehmen. Ich habe auch immer eine kleine Packung Mandeln bei mir auf dem Schreibtisch liegen. Du kannst das aufkommende Verlangen eingrenzen, indem Du überzogene Essenspausen auslässt.

 

Über das Thema "Hunger und Sättigung" gehe ich in dieser Podcastfolge ein.

 

Merke:

Hunger ist immer ein Faktor für noch mehr Hunger. Wende ihn ab, indem Du stets einen gesunden Zwischensnack bei Dir hast.

 

6. Bekämpfe Stress, oder besser: "Lass einfach los"

Stresssituationen können Hungerattacken begünstigen. Sie beeinflussen daher das Essverhalten auf ungesunde Weise. Leider betrifft dieser Fakt insbesondere Frauen (9, 10, 11).

Frauen, die viel Stress haben und Hektik ausgesetzt sind, essen unbewusst viel kalorienreicher. Sie haben mehr Verlangen (vor allem nach Süßem), als jene Frauen, die sich in einer ausgeglichenen Lebenssituation befinden (12).

Überforderung lässt außerdem den Cortisolspiegel in Deinem Blut ansteigen. Dieses Hormon kann dafür sorgen, dass Gewicht drastisch ansteigt. Vorzugsweise betrifft die Zunahme den Bauchbereich (13, 14).

Entziehe Dich der Hektik in Deiner Umgebung, wann immer das geht. Dies erreichst Du am besten, indem Du Deine Termine weit vorausplanst und Dir zwischendurch immer wieder eine Pause gönnst. Versuche konstant einen kühlen Kopf zu bewahren.

 

Das Thema "Stress und Veränderung" behandle ich in dieser Podcastfolge.

 

Merke:

Bist du dem Stress ausgesetzt, vergrößert sich auch Dein Verlangen nach Essen und somit Dein Gewicht. Also einfach locker bleiben.

 

7. Nimm ein Spinatextrakt zu dir

Relativ frisch auf dem Markt ist ein Spinatextrakt. Es wird aus den Thylakoiden entwickelt, die in Spinatblättern enthalten sind.

Die Wissenschaftlerin Charlotte Erlanson-Albertsson hat zahlreiche Tests durchgeführt. Sie konnte nachweisen, dass der regelmäßige Konsum des Spinatextrakts, den Appetit abschwächt. Das Mittel verlangsamt die Verdauung. Heißhungerattacken kommen auf diese Weise gar nicht zustande.

Die Thylakoide sorgen dafür, dass der Organismus Fett langsamer verdaut. Schon 3,7-5 Gramm / Mahlzeit sollen ausreichen, um für viele Stunden eine Sättigung zu erreichen (15, 16, 17).

Eine Studie, mit fettleibigen Teilnehmerinnen, ergab, dass lediglich 5 Gramm Spinatextrakt täglich genügen, um das Verlangen (87 -95 %) zuckerhaltigen Süßigkeiten deutlich zu hemmen (18).

 

Vitalstoffe sind unser Lebenselexir, wie ich in diesem Artikel geschrieben habe.

 

Merke:
Spinatextrakt verzögert den Fettverdauungsprozess und steigert gleichzeitig die Leistung der Hormone, die den Appetit blocken. Sie helfen auch gegen Heißhunger.

 

8. Nimm deine Mahlzeiten bewusst zu dir

Aufmerksames Essverhalten setzt eine grundsätzliche Aufmerksamkeit voraus.

Das Konzept Achtsamkeitsmeditation entspringt der Lehre des Buddhismus. Es ist eine Art der Meditation, die sich auf das Zusammenspiel zwischen der eigentlichen Verköstigung und den dazugehörigen, Genussmitteln bezieht.

Es lehrt Dich bewusste Achtsamkeit für Deine Essgewohnheiten, Deine Emotionen, Hungergefühl, Dein Verlangen, Dein Körperempfinden zu entwickeln. Die gesamte Körperwahrnehmung zeigt sich in einem völlig neuen Licht (19, 20).

Wenn Du mit Hingabe isst, kannst Du lernen, zwischen Heißhunger und normalem Hunger zu unterscheiden. Mittels dieser Gabe wirst Du zukünftig nicht mehr gedankenlos Essen in Dich hineinstopfen, sondern die Verantwortung für Dein Abnehmen tragen (21).

Der Akt der Achtsamkeit erfordert Deine vollständige Ausrichtung auf den Essensvorgang. So ist es wichtig, jeden Bissen langsam und gründlich zu kauen. Jegliche Ablenkung, wie z. B. fernsehen oder das Smartphone solltest Du während Deiner Mahlzeit auch keine Aufmerksamkeit schenken.

In einer Studie mit essgestörten Personen, die sich über 6 Wochen erstreckte, testete die Gruppe die Methode des andächtigen Essens. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die starken Fressgelüste nahmen merklich von 4 Heißhungerattacken, auf etwa 1,5 /pro Woche ab. Langsame Sättigung reduziert also auch die Heftigkeit der Heißhungerattacken (22).

 

Zu  Thema "Mit allen Sinnen genießen" empfehle ich dir meine Podcastepisode.

 

Merke:
Die Lehre des achtsamen Essens umfasst sich mit der Erkenntnis, wann Du tatsächlich hungrig bist und wann Du einfach Heißhunger hast. Sie zeigt Dir, welche Entscheidung für Dich die beste ist, um Essgelüsten nicht nachzugeben.

 

9. Schlafe genug

Dein Verlangen nach Essbarem wird weitgehend durch die Schwankung von Hormonen bestimmt. Schlafentzug stört Deinen Tag / Nachtrhythmus.

Unregelmäßiges Essen ist die Folge und somit auch wiederkehrender starker Bedarf nach ungesunder Kost (23, 24).

Laut Studien ist die Gefahr für Menschen, die nicht genug Schlaf bekommen, zu 55 % höher, adipös zu werden. Schläfst du ausreichend, also mindestens 8 Stunden, ist dies nicht sehr wahrscheinlich (25).

Aus diesem Grund ist ein gesundes Maß an Nachtruhe, die beste Methode, Heißhunger zu stoppen.

 

Merke:
Schlafentzug kann den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Dies ruft in der Folge, Heißhungeranfälle und Störungen des Essverhaltens auf den Plan.

 

10. Iss ausgewogen und genügend

Hunger und das Fehlen wichtiger Nährstoffe im Körper fördern Heißhunger.

Darum ist es signifikant, dass Du zum Frühstück, Mittag - und Abendbrot ausreichend und angemessen isst. Nur auf diesem Weg kannst Du Deinem Körper die Nährstoffe zuführen, die er nötig hat. Erneuter Appetit, gleich nach der Mahlzeit, fällt dadurch weg und behindert das abnehmen nicht.

Solltest Du zwischen den drei Hauptspeisen doch einmal das dringende Bedürfnis auf einen Snack verspüren, achte darauf, dass Du etwas Gesundes wählst. Am besten wählst Du Vollwertkost. Zur Auswahl stehen Dir bspw. Obst, Nüsse, frisches Gemüse und Vollkornkost.

 

Wie du einen grünen Smoothie selbst herstellst der auch noch lecker schmeckt erfährst du hier.

 

Merke:
Wenn Du bei den Hauptmahlzeiten angemessen isst, kannst du schnell wiederkehrendem Hunger und dem damit verbundenen Naschen, zuvorkommen. Denke immer daran Deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

 

BONUS #11. Vermeide es mit leerem Magen einzukaufen

Lebensmittelgeschäfte gehören zu den wohl schlimmsten Plätzen, wenn Du hungrig bist und abnehmen möchtest.

Erstens findest Du dort alles, was Dein Herz begehrt. Egal, wie schlecht es für Deine Figur ist. Zweitens sind die ungesündesten Erzeugnisse immer genau auf Augenhöhe platziert. So wird abnehmen schnell zur Qual.

Am Anfang einer Ernährungsumstellung ist es adäquat, die Inhaltsstoffe einzelner Produkte zu vergleichen. Später weißt du, welches Erzeugnis für dich das Richtige ist.

Der beste Weg Hamstereinkäufen auszuweichen ist es, wenn Du kurz vor den Besorgungen ordentlich isst. Deshalb höre auf Dein Bauchgefühl. Gehe nicht aus dem Haus, ehe Dein Magen nicht gefüllt ist. Suche jedenfalls niemals mit hungrig den Supermarkt auf.

 

Zum Thema "Manipulation im Supermarkt" habe ich eine Podcastfolge veröffentlicht.

 

Merke:

Vor dem Einkauf ausgewogen Essen aufzunehmen, schützt Dich vor unvernünftigen Anschaffungen die dann bei der nächsten Heißhungerattacke verschlungen werden.

 

Fazit

  • Heißhungerattacken können jeden von uns zu jederzeit treffen. Laut einer aktuellen Studie machen rund 50% aller Menschen diese Erfahrung regelmäßig (26).
  • Sie spielen eine Hauptrolle bei den Themen Gewichtszunahme, Esssucht und Fressattacken (27).
  • Achte bewusst auf Dein Verlangen und die dazugehörigen Auslöser. Wenn du über sie Bescheid weißt, kannst Du die Berührung mit Ihnen sofort vermeiden. Insgesamt wird Dir das Abnehmen und das Essen von gesunden Produkten dann viel leichter fallen.
  • Falls dir noch weitere Tipps einfallen, wie man Heißhungerattacken vermeidet bzw. diese bekämpft, dann schreibe deine Erfahrungen gerne in die Kommentare unterhalb dieses Artikels.

 

 

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

Über Laura:

Laura Stein ist Autorin und Bloggerin auf www.foodfitness.de. In ihren Artikeln gibt sie ihren Erfahrungsschatz aus jahrelanger Tätigkeit als Ernährungscoach weiter, welcher sich auf eine gesunde Ernährung, dem erfolgreichen Abnehmen und Low-Carb-Diäten bezieht. Mehr über Laura findest du auf ihrer Website http://www.foodfitness.de/.

 

Alle Quellennachweise dürfen gerne bei der Autorin nachgefragt werden.

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Alles vegan, oder was? (Teil 3/3)

Hier kannst du den zweiten Teil dieser Serie lesen.

 

Töten und getötet werden ist natürlich und der Lauf der Dinge

Manche Menschen möchten uns erklären, dass das Töten Teil der Natur sei und schon immer so war. Der Stärkere frisst den Schwächeren.

Der Mensch ist natürlich auch ein Teil der Natur, bzw. war es einmal, bevor er sich für was besseres gehalten hat und die Macht an sich riss. Seine tiefgreifende Fähigkeit zur ethischen Reflektion und Planung macht dem Menschen unter allen Lebewesen kein anderer nach. Der Löwe muss töten, er hat keine andere Wahl. Er muss überleben. Wir hingegen haben zu jeder Zeit die Wahl. Wir müssen keine anderen Tiere essen oder ihnen Leid zumuten um zu überleben. Wir als Menschen treffen durch unseren Konsum oder Nicht-Konsum von Fleisch eine ethische Entscheidung. Ist das Mästen und Schlachten von Tieren okay für mich oder nicht? Egal gibt es nicht.

 

Bei einer veganen Ernährung fehlt das lebenswichtige Vitamin B12

Es stimmt, dass man als Vegetarier und Veganer auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 achten muss. Vitamin B12 ist nur in tierischen Produkten enthalten. Was macht der Veganer jetzt? Nun, das Vitamin B12 lässt sich über Nahrungsergänzungsmittel oder angereicherte Zahnpasta abdecken, da das Vitamin u. a. über die Mundschleimhäute aufgenommen wird. Bedenke auch, dass „Nutztier“-Futter oft mit verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen versetzt wird – u. a. mit Vitamin B12.

Auch ist bekannt, dass ernährungssensible Veganer Verdauungsprobleme bekommen können. Nicht jeder verträgt die hohen Mengen an Ballaststoffen, Fruktose und Rohkost.

 

Fazit

·         Ich glaube daran, dass wir alle eins sind, Mensch, Tier und Pflanzen. Ich möchte nicht in einer Welt leben, bei der die einen auf Kosten der anderen ausgebeutet werden und Qualen leiden müssen. Anstatt sich was darauf einzubilden, dass wir Menschen höher gestellt, intelligenter oder etwas Besseres sind, denke ich, dass wir unsere gut ausgeprägte Fähigkeit, ethisch und moralisch zu handeln, auch nutzen sollten. Wir haben uns durch unsere Bequemlichkeit auf der einen und der Habgier nach Profit auf der anderen Seite in diese missliche Lage gebracht. Wir haben gewisse Pflichten, die wir nicht delegieren können. Hier kann jeder einzelne seinen Beitrag leisten indem er seinen Kopf einschaltet und seinen Weg geht. Selbst entscheidet, wo er was und wie viel davon isst, trägt oder duldet. Wie viel lasse ich zu auf Kosten anderer?

·         Ich glaube daran, dass alle Dinge dieser Welt durch unsichtbare Kräfte zusammengehalten werden. Man kann diese Kräfte nennen wie man mag. Ich habe während meines Lebens viele solcher Momente erlebt, die mir die Sicherheit geben, dass es etwas gibt, was uns alle miteinander verbindet. Es gibt einen schönen Satz: „What goes around comes around.“ Zu Deutsch so viel wie: „Das was du in die Welt hineingibst, bekommst du irgendwann wieder zurück.“ Ich gehe sogar einen Schritt weiter wenn sich sage, dass man es 100- oder 1000-fach zurückerhält.

·         Diese „Kräfte des Universums“ stellen eine Verbindung zu allen Lebensvorgängen und damit zu Menschen, Tieren und Pflanzen dar. Alle Vorgänge in der Natur sind ein Wechselspiel zwischen diesen Kräften; sie stehen in einer bestimmten Beziehung zueinander.

Diese Lehre ist nicht neu und basiert auf uraltem chinesischem Wissen. Mein großes Ziel ist es, mich diesen Kräften und den Vorgängen der Natur harmonisch anzugleichen. Ich schwimme nicht gegen den Strom, sondern nutze die vorhandene Strömung für mich und mein Leben. Wenn sich die Kräfte im Einklang befinden, geht es Mensch und Natur gut.

·         Sind die Verhältnisse zwischen den Kräften unausgewogen, weil sich bspw. der Mensch hervortut und sich dem Lebensstrom entgegenstellt, bringt er ein Ungleichgewicht in die natürliche Ordnung. So entstehen beispielsweise Klimakatastrophen, oder Kriege zwischen Völkern. Die so genannten Zivilisationskrankheiten nehmen zu. Noch verwunderlich, wenn man es aus diesem Blickwinkel betrachtet?

·         Die angeführten Argumente können und sollen gar nicht erschöpfend sein. Das Ziel dieser Gegenüberstellung ist es, dass du mit einigen Punkte mitgehen kannst, diese in dir mitschwingen. Dann empfehle ich dir folgendes: Schalte deinen Kopf mal einen Abend lang ein und dafür den Fernseher aus.

·         Nochmal. Ich bin kein absoluter Verfechter der Misch-, vegetarischer, veganer oder sonst einer Kost. Ich sehe mich als denjenigen, der euch die Informationen über die Dinge besorgt und ihr arbeitet damit bis ihr zu eurem eigenen Weg findet, der für euch passt. Nichts Schlimmeres als ein Mensch, der nicht aus Überzeugung handelt.

·         Eine Entscheidung aus moralischen Gründen sollte man respektieren, da diese durchdacht ist und die Werte des Menschen ausdrückt. Das finde ich gut! Vorsicht davor, den veganen Hype mitzumachen, weil man einfach unreflektiert ist und mit der Welle mitschwimmt. Sei es eine neue Schlankheitskur gefunden zu haben oder einfach „cool“ sein zu wollen. Lasst es!

·         Die Ansätze der „richtigen Ernährung“ sind so vielseitig, und ich gebe allen Recht mit ihrer Ernährungsweise, auch den Fleischessern. Jeder schafft sich seine eigene Welt und lebt danach. Willst du dein Verhalten ändern, so musst du zuerst deine Weltansicht ändern.

·         Ach ja, ganz zum Beginn habe ich dir von meinem Arzt erzählt.

Und dieser Punkt ist so wichtig: man darf sich nicht nur Essensregeln auferlegen, die technisch gesehen gesund wären. Man muss auch auf seine Seele achten. Durch das weglassen der „Seelennahrung“ lösen wir so viel Stress im Körper aus, dass der Säure-Basen-Haushalt in Richtung sauer schwenkt. Meine Podcastfolge zum „ph-Wert“ findest du auch im Archiv bei iTunes oder auf meiner Webseite.

Es spielt auch eine Rolle, mit welcher Geisteshaltung die Nahrung verzehrt wird. Essen, das mit Freude gegessen wird verändert seine Schwingung augenblicklich, so kann eine Tomate aus dem Supermarkt durchaus Energie haben, und ein Apfel aus dem Bioladen liegt mir im Magen, weil ich ihn mit Sorge gegessen habe.

Ich werde deswegen weiterhin meine ganz individuelle Form der Ernährung nutzen. Es spielt ja nicht nur eine Rolle, was objektiv für deinen Körper das Beste ist. Es ist auch wichtig, was deiner Seele gut tut.

 

Take Action

  • Jetzt folgen praktisch umsetzbare Tipps, die du gleich heute anwenden kannst.
  •  Leider erfahren wir über die Massenmedien nie die Wahrheit, sondern immer nur das, was die Massen wollen, dass wir es wissen. Möchtest du gelenkt werden oder selbst am Lenkrad deines Lebens sitzen? Suche die Information und bilde dir deine Meinung.
  • Mache keinen Trend mit, bevor du nicht 100% dahinter stehst!
  • Mein Tipp sind rote Bohnen oder die daraus produzierten Nudeln. Die haben viel veganes Protein.
  • Stöbere mal auf den Seiten von www.biowahrheit.de.
  • Das, was wir in die Welt senden kommt irgendwann zu uns zurück. Dies ist ein unumstößliches Naturgesetz. Dies gilt für alle unsere Taten. Die Taten reproduzieren sich ganz nach ihrer Art.
  • Verurteile niemanden aufgrund seines Handelns. Jesus sagte: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!“. Jeder sollte sich Gedanken machen, was und wie viel davon er essen möchte. Jeder trägt die Verantwortung für sein Leben selbst. Wenn du also das nächste Mal ein Steak blutig haben möchtest, dann tue es! Ohne Schuldgefühle!
  • Bitte versuche niemanden von deiner Sicht der Dinge zu überzeugen. Für dich mag es gut und richtig sein. Du bist du und der andere ist der andere. Wenn du schon verändern möchtest, dann tue es ohne Worte, durch Taten. Sei ein Vorbild, nicht nur bzgl. Essen.

Eine letzte Sache noch…

 

·         Mir liegt es heute am Herzen, euch einen Einblick in meine Werte zu geben. Jeder Mensch sollte die Verantwortung dafür übernehmen was er tut oder lässt. Veganismus ist eine Chance sich neu zu Positionieren, sich von gewissen Praktiken abzugrenzen oder diese stillschweigend zu tolerieren. Ich finde es absolut notwendig und sehe es als meine Aufgabe mit meinem Sein (Meine Werte und Glaubenssätze) und mit allem was ich tue (u.a. Arbeit, Partnerschaft, Podcast, eBooks) Menschen wachzurütteln aus ihrem hoffentlich Dornröschenschlaf. Ich hoffe, dass die Menschen nur von außen betrachtet schlafen und im Inneren ein Prozess stattfindet. Erwachen die Menschen dann, haben sie den nächsten Entwicklungsschritt in ihrem Inneren getan und handeln dementsprechend. Wie das dann aussieht bleibt jedem selbst überlassen. Selbst entscheiden und nicht treiben lassen. Ich verschaffe dir Gedankenanstöße, du erschaffst dir deine Realität. 

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Alles vegan, oder was? (Teil 2/3)

Hier findest du Teil 1 dieser Serie.

 

Als Sportler kann ich meinen Bedarf an Protein nicht decken.

Der Proteinbedarf kann sehr gut ohne tierisches Eiweiß gedeckt werden. Eine ausreichende Versorgung über Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse etc. ist leicht umzusetzen. Über Proteine im Allgemeinen (nicht speziell vegane Quellen) könnt ihr euch in einer frühen Podcastfolge informieren.

Auch für Bodybuilder oder Sportler ist eine vegane Ernährung gut umsetzbar. Warum sich dieses Argument so tapfer hält, hat evtl. etwas mit dem Männerbild zu tun. Zur Männlichkeit gehört eben das Steak genauso wie Muskeln und eine gesunde Portion Aggressivität. Der Pflanzenessende Bodybuilder ist noch nicht kollektive ins Bewusstsein gelangt.

Ich habe von Profisportlern gehört, dass sie ihre Leistungen mit veganer Kost sogar ein wenig verbessern konnten, da sie sich insgesamt frischer und mental stärker fühlen.

 

Unser Gehirn hat sich durch Fleischkonsum erst entwickelt

Das ist so nicht nachgewiesen. Was letztlich ausschlaggeben dafür war, dass wir uns so rasant entwickelt haben, ist abschließend noch nicht geklärt. Ich tippe darauf, dass es (wie so oft) an einer Vielzahl von Faktoren lag. Unsere Fähigkeit, stärkehaltige Pflanzen zu verdauen, ist sicherlich ein wichtiger Faktor.

Ich sehe das so: was vor einigen Millionen Jahren wie relevant für unsere Entwicklung war, ist für jeden Einzelnen aus heutiger Sicht eher nebensächlich. Hier und jetzt ist es wichtig für dich, deinen Körper mit allen Nährstoffen zu versorgen, die für dich essenziell sind. Und das ist grundsätzlich ohne Tierprodukte möglich.

 

Veganismus macht uns zu besseren Menschen

Ist das so? Auch die Industrie hat Spezialisten der Werbepsychologie an Bord und nutzt den aktuellen Trend aus. Vegan wird mit vielen positiven Emotionen verbunden, wie „gesund“, „ökologisch“, „grün“, „umweltbewusst“, „fit“, „Zeitgeist“ oder einfach nur „cool und angesagt sein“. Doch ist es meist so, dass Veganer primär aus egoistischen und gesundheitlichen Gründen auf Tierisches verzichten. Durch vegane Ernährung bin ich also nicht automatisch ein besserer Mensch, wie uns die Werbeindustrie immer verkaufen möchte.

 

Vegan ist teuer

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der anfängliche Zeitaufwand vegan zu kochen und sich darüber zu informieren Zeit kostet, das stimmt. Die Produkte an sich werden immer beliebter und auch immer variantenreicher. Zum Bespiel gibt es rote Bohnen. Die sind günstig und ein hervorragender Proteinspender. Davon gibt es auch Nudeln, die prima mit selbstgemachter veganer Kräutersoße schmecken. Teuer ist also immer relativ. Die Frage ist eher, was lässt du in dich hinein? Das ist es was rauskommt. Mental und physisch.

 

Fleisch ist ökologischer

Aus ökologischer Sicht und im Hinblick auf die Ernährungsgerechtigkeit wird häufig argumentiert, dass einige Tiere (z. B. Kühe und Kaninchen) Gras verstoffwechseln können, wodurch für den Menschen nicht verwertbares Pflanzenmaterial in konsumierbare Produkte wie Milch und Fleisch umgewandelt wird. Das ist richtig.

Dazu möchte ich zwei Aspekte zufügen:

Zum einen lassen sich durch Weidetiere nur kleine Mengen Fleisch und Milch produzieren. Der weltweite Konsum dieser Produkte übersteigt ja ein Vielfaches dessen, was durch Weidetiere produziert werden kann. Dein Beitrag kann also sein, diese Produkte so lange nicht zu konsumieren, bis der weltweite Konsum auf ein Gleichgewichtsniveau zurückgegangen ist. Ansonsten förderst du indirekt intensivere Tierhaltungsformen. Das bedeutet, dass diese Kühe nicht nur mit Gras gefüttert werden und „glücklich“ sind, sondern mit anderen Dingen, die mit artgerechtem Futtermittel wenig zu tun haben. Natürlich ist klar, dass wenn alle Menschen auf einmal kein Fleisch mehr essen würden, es gar nicht so viel Ackerfläche auf der Welt gibt, dass alle Menschen satt werden. Komischerweise werden dennoch im Hier und Jetzt nicht alle Menschen auf der Welt satt, doch dies ist ein Thema für die Ernährungsgerechtigkeit.

Zum anderen bringt Fleisch viel Energie. Würden jetzt viele Menschen auf einmal kein Fleisch mehr essen, so müssten riesige Ackerlandflächen mit Nutzpflanzen bestellt werden, die diese Energielücke schließen. Außerdem braucht Edelgemüse wie Tomaten, Salat, Gurken, Zucchini und Spargel jede Menge Wasser, Dünger und Pestizide.

 

Wir müssen unsere Intelligenz ausnutzen

Einige behaupten, dass unsere Intelligenz es rechtfertigt, weniger intelligente Tiere zu unserem Vorteil zu mästen und zu töten. Wenn das so wäre, dann verstehe ich folgendes nicht.

Dürften wir dann auch über andere Menschen bestimmen? Ich denke da an körperlich oder geistig behinderte oder anderweitig unterlegene Menschen? Da fällt mir ein ganz dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte ein. War es nicht schon einmal so ähnlich?

Noch etwas, was mich nachdenklich stimmt. Würden wir das Intelligenz-Argument noch verwenden, wenn besonders intelligente Außerirdische bei uns landen und uns essen wollen?

Vermeintlich wenig intelligente Tiere für unseren Vorteil oder zu Ernährungszwecken auszunutzen, ist nicht zielführend. Bessere Fragen wären, ob diese Tiere leiden können und einen Lebenswillen haben. Andererseits kannst du dich fragen, was denn die Berufung einer Forelle ist? Gegessen zu werden? Ein glückliches Leben zu haben? Evlt. sollten wir unsere Intelligenz dazu einsetzen, anderen zu dienen, Mensch und Tier?

 

Bio-Tiere haben ein schönes Leben

Auch die Bio-Branche ist wirtschaftlich ausgerechtet und auch hier möchten Gewinne erzielt werden. D.h. auch der Bio-Markt produziert unter Kostendruck. Ich nehme mal an, dass bei der Ausarbeitung der Bio-Richtlinien keine Milchkuh oder Legehenne mit am Tisch sitzt. Deswegen wird das Tierwohl eher eine untergeordnete Rolle spielen. Schaue mal auf der Seite www.biowahrheit.de vorbei. Dort wird die Bio-Branche genauer unter die Lupe genommen.

Am Ende steht selbst bei vorbildlichen Bedingungen das ethische Problem des geplanten Tötens.

 

Schlachtungen verlaufen schnell und schmerzlos

Da die Schlachtung in kleinen Betrieben vor einigen Jahren verboten wurde, müssen die Tiere zum Schlachten in eine Großschlachterei gekarrt werden. Viele Tiere müssen deswegen lange und quälende Wege auf sich nehmen. In der Großschlachterei stehen die Tiere dann in einer Reihe an, um systematisch getötet zu werden. Die Tiere sehen und spüren, dass große Gefahr droht und stoßen alle Stresshormone aus die sie haben. Diese Hormone bleiben im Fleisch und am Ende der Nahrungskette landet ein Stück „Angst“ auf unseren Tellern. Es heißt: Das, was wir in die Welt senden, kommt irgendwann unweigerlich zu uns zurück. Ich glaube an dieses unumstößliche Naturgesetz.

 

Hier geht es zum letzten Teil mit meinem Fazit und nachhaltigen Überlegungen.

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Alles vegan, oder was? - Denkanstöße (Teil 1/3)

Vegan ist Trend. Deshalb verzichten inzwischen viele Leute auf tierische Produkte. Welche Argumente sprechen für und welche gegen eine vegane Lebenseinstellung? Steckt mehr dahinter als ein vorübergehender Hype ums Essen? Werden wir in 3 Jahren noch darüber sprechen? Musst du dich entscheiden, oder gibt es einen Mittelweg? Und was hat das mit Verantwortung zu tun?

Je nach Schätzung leben ca. 600.000 bis 1,2 Mio. Veganerinnen und Veganer in Deutschland. Vegan zu leben bedeutet viel mehr, als Lebensmittel bewusst auszuwählen. Vegan ist eine Lebenseinstellung, die immer mehr Menschen für sich treffen. Warum ist das so? Was sind objektive Kriterien für und gegen eine vegane Ernähr- und Lebensweise. Starten möchte ich mit der Begriffsdefinition.

 

Definition

Nehmen wir mal an, du bist Mischkostler, d.h. du isst alles was dir schmeckt und was dir subjektiv gut tut, ohne Einschränkungen. Wenn du dich heute für eine vegane Lebensweise entscheiden würdest, würde das folgendes bedeuten. Ab heute nimmst du keine Produkte mehr zu dir, die in irgendeiner Weise mit Tieren zu tun haben.

„Okay, kein Fleisch … das geht, macht der Vegetarier ja auch so.“ Doch Moment! Das Wort „vegan“ leitet sich vom englischen Wort „vegetable“ („Gemüse, pflanzlich“) ab. Neben Fleisch und Fisch, beinhaltet „vegan“ auch das Meiden von Milchprodukten, Eier sowie alle anderen Produkte und Zutaten, die irgendwie mit Tieren zu tun haben. Ganz streng genommen sind auch Insekten mit eingeschlossen. Du isst also ab sofort auch keinen Honig mehr oder so genannte Lebensmittelzusatzstoffe (E-Nummern), die z. B. aus Läusen gewonnen werden.

Zusätzlich wirst du deinen neu installierten veganen Lebensstil nicht nur auf dein Essen übertragen. Vegan zu leben bedeutet, dass du dein Leben ohne jegliches Tierprodukt auch auf andere Lebensbereiche überträgst, z.B. auf Kleidung, Kosmetik und Alltagsgegenstände aus tierischer Produktion. Du greifst ab sofort auf Kunstleder oder Mikrofaserprodukte zurück anstatt auf echtes Leder, meidest Tierwolle und wählst Kosmetika ohne Tierprodukte und ohne Tierversuche.

 

Denkanstöße

Wie in allen Dingen, gibt es immer zwei Seiten ein und derselben Medaille „Vegane Ernährung“. Mir ist es wichtig, dass du beide Seiten kennst und dir deine eigene Meinung bildest.

Warum solltest du dich denn überhaupt vegan ernähren und kleiden wollen? Nun, der Weg zum Veganismus führt häufig über die ethisch motivierte vegetarische Ernährung. Wie bereits oben erwähnt, essen Vegetarier kein Fleisch und keinen Fisch. Dies tun sie, weil sie sich ausgiebig darüber informiert haben, wie Tiere gehalten, gemästet, getötet und anschließend geschlachtet werden. Hier fühlst du dich jetzt mitverantwortlich und möchtest Verantwortung über dein (Ess-)Verhalten tragen.

Jetzt erfährst du darüber hinaus, dass deine „gesunde Portion“ Milch am Tag (siehe Podcast Nr. 37 „Die Milch macht’s“) nicht unbedingt von glücklichen Kühen stammt und dein morgendliches Frühstücksei (egal ob Käfig oder Bodenhaltung) nicht ohne das gezielte Töten von Tieren auskommt. Ja, obwohl die Tiere nicht direkt getötet werden müssen, um dich in den Genuss von Milch oder Ei zu bringen, muss das Geschäft mit Tierprodukten ökonomisch rentabel sein.

 

Kurz zur Erläuterung:

Milchkühe werden so gezüchtet, dass sie Turbo-Kühe werden. Das bedeutet, dass sie sehr viel Milch geben. Sie werden als Kapital angesehen. Sind sie nicht mehr rentabel, geben also zu wenig Milch, werden sie geschlachtet. Oft ist das nach wenigen Jahren der Fall. Die Kühe werden künstlich schwanger gehalten, damit sie eben Milch für ihre Kälber geben können. Diese Milch trinken wir, die eigentlich für die Kälber da ist.

Das Kalbsfleisch wird aus den männlichen Tieren gewonnen, die nicht für die Maschinerie „Milchproduktion“ nützlich sind. So sind sie aus ökonomischer Sicht wenigstens noch für etwas gut.

Eier meidet der Veganer, weil bekannt ist, dass auch bei der Züchtung von Legehennen rein biologische 50% männliche Küken entstehen. Diese sind wirtschaftlich nicht gewollt und werden direkt nach dem Schlüpfen aussortiert, entweder lebendig in einen Schredder geworfen oder dienen den Reptilien als Futter.

Ebenso setzt sich der Veganer neben der Tötungsfrage aus Profitgründen auch mit der Tatsache auseinander, dass diesen „Nutztieren“ während ihres meist kurzen Lebens viel Leid widerfährt. Ist es moralisch vertretbar, dass Lebewesen leiden, damit wir es gut und bequem haben? Hier sieht man ganz deutlich, dass „vegan sein“ mehr ist als auf die Nahrung zu achten. Oft ist die Nahrung der Beginn eines Umdenkprozesses. Es ist eine Art die Welt zu sehen.

 

Weitere Gründe: Umweltschutz, Welternährung, Gesundheit

Es gibt weitere nachvollziehbare Gründe, die dafür sprechen, sich vegan zu ernähren. Da diese Gründe für die meisten Veganer zwar eine wichtige Rolle spielen, aber i.d.R. nicht die Hauptantriebsfeder sind, seien diese aus Platzgründen hier nur kurz genannt.

Die vegane Ernährung leistet einen wichtigen Beitrag zur Lösung von Umweltproblemen – seien es die Folgen der Überdüngung oder die Emission von Treibhausgasen. Auch die Ernährungsgerechtigkeit spielt eine Rolle, denn die Tierhaltung geht in aller Regel mit einer großen Verschwendung von Kalorien, Proteinen und anderen Nährstoffen einher. Das liegt daran, dass die Tiere den größten Teil der ihnen zugeführten Nährstoffe verbrauchen, um ihre Skelette aufzubauen, sich zu bewegen und ihre Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. All das produziert keine Lebensmittel. Und schließlich gibt es gesundheitliche Aspekte: Die vegane Ernährung kann helfen, vielen Volkskrankheiten vorzubeugen und sie sogar zu heilen. Zudem ist sie ein Beitrag, den Problemen des Antibiotikamissbrauchs in der Tierhaltung und der Entstehung von Resistenzen entgegenzuwirken (siehe Artikel auf HP).

 

Eiweiße aus Pflanzen

Pflanzliche Eiweiße sind wesentlich leichter zu verstoffwechseln, als Eiweiße tierischer Herkunft. Durch den geringeren Energieaufwand bei der Verstoffwechselung des pflanzlichen Eiweißes, baut der Körper Energiereserven auf, die ihm zusätzliche Power geben.

 

Soja ist ungesund

 

Ein übermäßiger Sojakonsum ist natürlich nicht optimal. Geringe Mengen sind gesundheitlich eher positiv zu bewerten. Wenn für den Sojaanbau der Regenwald abgeholzt wird, hat das nichts mit veganen Produkten zu tun. Wenn vegane Produkte Soja enthalten, dann kommt es meist aus ökologischem Anbau. Soja aus gerodeten Regenwaldgebieten findet dagegen vor allem im Futter für „Nutztiere“ Verwendung.

 

Hier geht es zu Teil zwei mit weiteren Argumenten.

 

Das Ganze gibt es auch als Podcastepisode zum nachhaltigen Wiederhören.

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eBook: Trainingsbuch Hindernislauf - Vorbereitung

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Hindernisläufe wurden in den letzten Jahren immer beliebter. Nicht nur stellen sie eine neue Herausforderung im Wettkampfkalender vieler Sportler dar, sondern sie machen auch viele „Sportmuffel“ neugierig.

 

Bei einem Hindernislauf geht es für viele an erster Stelle um den Spaß und den Teamgeist, weniger um Bestzeiten oder ums Gewinnen. Man kann zu einem Lauf alleine oder in der Gruppe antreten.

 

Hier ein kurzes Video dazu.

 

Ein Hindernislauf, im Englischen „Obstacle Course Race“ (oder kurz OCR) genannt, bietet eine Mischung aus Hindernissen, Cross, viel Wasser, sowie Schlamm, viel Wahnsinn und jede Menge Spaß. Es sind neben Ausdauer, Kraft und Koordination ebenso Schnelligkeit, psychologische Stärke und Teamgeist gefragt.

 

Da unterschiedliche Fertigkeiten gefordert werden, kann dich ein abwechslungsreiches Training und eine gezielte Vorbereitung ganz weit nach vorne bringen. Damit kannst du deine ersten Hindernisläufe erfolgreich beenden, oder wie man so schön sagt „finishen“. Dieses eBook richtet sich an interessierte Laien, die immer schon mal an einem dieser Hindernisläufe teilnehmen wollten, aber nicht wissen, wie sie dafür trainieren sollen.

 

Bestzeiten spielen hier keine Rolle. Mir liegt am Herzen, dass du Werkzeuge an die Hand bekommst, mit denen du arbeiten kannst und die dich für deine ersten Wettkämpfe gut vorbereiten. Ich habe den Text absichtlich übersichtlich gehalten und  für Anfänger geschrieben. Wer sich darüber hinaus noch tiefer in die Materie einarbeiten möchte, für den habe ich einige Literaturempfehlungen ans Ende gestellt.

 

Aus diesem Anlass habe ich ein kurzes eBook für 0,99 € geschrieben. Darin erfährst du, wie du als blutiger Anfänger für deinen ersten Hindernislauf trainierst. Schritt für Schritt gebe ich dir nützliches Wissen an die Hand, damit du gleich heute noch anfangen kannst.

 

Viel Erfolg wünscht Pascal


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Milch - Antibiotika und Übersäuerung

Macht Milch krank

Antibiotika in der Kuhmilch

Noch ein weiteres Thema, welches mir Bauschmerzen bereitet: Antibiotika-Resistenzen nehmen weltweit zu. Ein Hauptgrund könnte sein, dass Antibiotika in der Humanmedizin und Landwirtschaft breit eingesetzt wurden. Leidet die Milchkuh durch die übertriebene Milchproduktion unter einer Euterentzündung, so bekommt sie Antibiotika. Andere Tiere erhalten es ebenfalls als Bestandteil eines Medikaments, das den Energiehaushalt der Tiere regulieren soll. Das Antibiotikum war lange Zeit als Futterzusatz erlaubt, um Krankheiten vorzubeugen. 2006 hat die EU Antibiotika als Futterzusatz endgültig verboten. Das ist so, wie wenn man mit Kanonen auf Spatzen schießt. Es ist kein Wunder, dass diese Spatzen dann lernen, schneller und wendiger zu sein, damit man sie mit den herkömmlichen Kanonen nicht mehr trifft. Ich denke, dass trotz dem Verbot des Futterzusatzes noch genügend Antibiotika im Kreislauf - nicht nur von Kühen - herumschwirrt.

 

Nicht nur bei der Milchkuh, sondern überall auf der Welt, wo es darum geht auf Kosten der Tiere maximalen Ertrag zu erhalten (Geflügelmast), wird großzügig mit Antibiotika umgegangen. Vielen Menschen in Deutschland ist es bis heute gar nicht bewusst, dass sich überhaupt Antibiotikarückstände in ihrer „frischen“ Milch befinden könnten. Unter diesen Umständen wird sich auf lange Sicht das globale Problem der Antibiotika-Resistenzen nicht in den Griff bekommen lassen.

 

Ärzte-Zeitungen schlagen Alarm: durch Klinikinfektionen sterben jährlich 30.000 Menschen in deutschen Krankenhäusern. Die Antibiotika-Resistenzen seinen das Problem. Denn wenn die Antibiotika bei kleineren Infekten nicht mehr helfen, schaut der Patient „in die Röhre“. Ich plädiere für das Verantwortungsprinzip. Jeder Einzelne muss selbst darauf achten, dass er keine Lebensmittel verzehrt, in denen sich Antibiotika-Rückstände befinden könnten. Dazu muss man sich über die Herkunft und Art und Weise der Herstellung bewusst sein.

 

Milch übersäuert unseren Körper

„Milch ist unverzichtbar für das gesunde Knochenwachstum“. Dies ist wohl das größte Ammenmärchen aller Zeiten. Fakt ist, dass Milch unseren Körper übersäuert. Das gleicht unser Organismus dadurch aus, indem er aus den Mineralstoffdepots (Knochen und Zähne) Mineralstoffe entzieht, um damit die Säuren abzufangen. Unsere Knochen- und Zahngesundheit wird dadurch nicht verbessert, im Gegenteil, es entsteht durch den Raubbau ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche und Osteoporose.

 

Höre dazu meine Podcastfolge über den ph-Haushalt an.

 

Wir wissen heute, dass pflanzliche Produkte generell eine bessere Wirkung auf unsere Gesundheit zu haben scheinen als tierische. Wissenschaftlich belegt ist, dass der Einfluss von tierischem Eiweiß auf die Knochendichte die Neigung zu Knochenabbau und Hüftfrakturen erhöht. Beim Verzehr von pflanzlichem Eiweiß können solche Effekte nicht beobachtet werden.

 

Wie Calcium-Bedarf decken?

Nun, die brennende Frage lautet jetzt, wie wir unseren Calciumbedarf denn auf gesunde Art und Weise decken können?“ Nun, Calcium ist in vielen Lebensmitteln enthalten, vor allem in Küchenkräutern wie Thymian, Rosmarin, Oregano, Basilikum, Estragon, Majoran oder Dill. In grünen Gemüsesorten wie Brokkoli, Grünkohl, grüne Bohnen, Spargel, Fenchel und Rucola. Auch eine gute Quelle sind Nüssen wie Hasel-, Paranüsse, Mandeln oder Pistazien. Mit Hilfe eines 2-PS starken Hochleistungsmixers (Mein Tipp: OmniBlend V) lässt sich auch aus Nüssen eine leckere Milch zubereiten. Sesam- und Leinsamen und Sonnenblumenkerne sind ebenfalls gute Calciumquellen. Auch in einigen Obstsorten finden wir dieses wertvolle Mineral, beispielsweise in getrockneten Feigen, getrockneten Datteln, Hagebutten, Rosinen und Korinthen, getrockneten Aprikosen (ungeschwefelt) oder in Oliven.

 

Unser Körper benötigt Mineralien im Zusammenspiel. Das bedeutet, dass unser Körper Calcium nur richtig verwerten kann, wenn der Körper bspw. über genügend Magnesium verfügt. Viele Menschen haben jedoch einen Magnesiummangel, ohne es zu wissen.

 

Leckere, pflanzliche Alternativen zur Kuhmilch

Möchten sie auf „Milch“ nicht verzichten, dann gibt es im Bioladen wesentlich gesündere Alternativen zur Kuhmilch. Hier eine Auswahl: Dinkelmilch, Hafermilch, Mandelmilch, Nussmilch (z.B. Macadamia), Kokosmilch oder Kokoswasser.

Achtung vor „Sojamilch“. Mittlerweile sehen viele Soja kritisch. Soja ist besser verdaulich, wenn es fermentiert ist. Bitte Sojasahne oder Sojamilch nur in Maßen verzehren.

 

Fazit

  • Die Supermarkt-Milch ist ein Industrieprodukt und steht für mich auf gleicher Stufe wie Fertignahrung. Würdest du dir jeden Tag was davon reinziehen?
  • Denke daran, wenn du das nächste Mal ein Glas Milch (200 ml) 1,5%-iger Vollmilch trinkst. Vollmilch enthält (96 kcal) mehr Kalorien als eine Banane (94 kcal) oder ein Ei (81 kcal).
  • Milch bildet in unseren Körper Säuren und muss durch basische Lebensmittel „abgedämpft“ werden. Isst du ausreichend basenbildendes Gemüse, wie Kartoffeln, Kohl oder grüne Smoothies? Hier ein Link zu meinem YT-Video wie ich einen Grünen Smoothie herstelle.
  • In Milch können Antibiotika-Rückstände enthalten sein, Tendenz steigend.
  • Milch kann die Entstehung hormonabhängiger Krebsarten begünstigen.
  • Lactoseintoleranz gehört zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien.
  • Ein guter Schutz vor Osteoporose beinhaltet immer Calcium in Kombination mit Magnesium. Zusätzlich fördert Vitamin D3 die Magnesiumaufnahme.
  • Vegane Quellen bieten sich an, um unseren Körper mit genügend Calcium zu versorgen. Eine Grundversorgung mit Calcium sind Kräuter, Nüsse und Gemüse.
  • Denke darüber nach: Möchtest du die Tierhaltung zur Milchherstellung unterstützen, indem du konventionelle Milch kaufst? Ich für mich trinke nur noch selten Milch direkt vom Bio-Bauernhof. Die schmeckt wirklich super!

Take Action

Jetzt folgen praktisch umsetzbare Tipps, die du gleich heute anwenden kannst.

  • Für mich ist der Verzehr von Rohmilch zu etwas Besonderem geworden. Anders ist es für mich ethisch nicht vertretbar. Und für dich, nachdem du das alles hier gehört hast?
  • Die gesundheitlichen Risiken sind nicht unerheblich. Da ich Allergiker bin, verzichte ich weitestgehend auf Milch. Was für mich schwer war, denn ich liebe Quark. Den esse ich auch noch, allerdings weniger, dafür stammt er aus dem Bioladen von „glücklichen Kühen“. Das ist es mir wert auch mehr dafür zu bezahlen. Es ist ja mein Körper dem ich etwas Gutes tue.
  • Das Calcium für unseren Stoffwechsel gibt es genügend aus veganen Quellen. Gemüse ist hier immer ein guter Ratgeber, auch Nüsse und Kräuter liebe ich.
  • Wusstest du, dass wir ein „Darm-Hirn“ haben? Das kooperiert mit unserer Psyche viel mehr als gedacht. Wer dazu mehr erfahren möchte, dem empfehle ich das brillant geschriebene Buch von Giulia Enders „Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ“.
  • Ohne den Ballast, den nicht nur die Milch, sondern auch anderes antibiotikaverseuchtes Geflügel mit sich bringt, wirst du merken, dass du auch mental fitter wirst.
  • Grundsätzlich kann ich euch meine alte Binsenweisheit mitgeben: je mehr mit Lebensmitteln im Vorfeld „gespielt“ wurde, desto mehr Stoffe sind darin, die nicht in dich hinein gehören. Diese Stoffe können durch die Blut-Hirn-Schranke sogar bis ins Gehirn gelangen. Was sie dort anstellen muss erst noch untersucht werden. Ich gehe auf „Nummer Sicher“ und meide solche Industrieprodukte.
  • Leider erfahren wir über die Massenmedien nie die Wahrheit, sondern immer nur das, was die Massen wollen, dass wir es wissen. Möchtest du gelenkt werden oder selbst am Lenkrad deines Lebens sitzen? Suche die Information und bilde dir deine Meinung.
  • Hier kannst du eine NDR-Dokumentation über die „Milch Lüge“ (45 Minuten) ansehen.

Vielen Dank fürs Lesen und Verantwortung übernehmen!

 

Pascal

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Milch - Laktose und Hormone

Antibiotika in der Milch

Ein Werbeslogan lautet: „Die Milch macht’s“. Was genau „macht“ denn die Milch? Munter? Gesund? Krank? Damit beschäftigen wir uns heute.

Der Grund, warum ich das Thema wichtig finde ist nicht, dass seit dem 1. April 2015 die Milchquote ausgelaufen ist. Sondern, dass ich 2009 das Buch „Der Murks mit der Milch“ von Dr. med. Max Otto Bruker gelesen habe. Er war ein deutscher Sachbuchautor, Arzt und Politiker, starb 2001 mit 91 Jahren. Er war ein Verfechter der Vollwerternährung, für die er einen eigenen Ansatz erarbeitete, nämlich die „Vitalstoffreiche Vollwertkost“. Wie so oft, wenn jemand anders denkt und das vor allen laut ausspricht, musste er dafür heftige Kritik einstecken.

 

Dieses Buch, neben vielen anderen, schrieb er bereits in den 80er-Jahren. Das was ich darin gelesen habe hat mich sehr schockiert. Seither sehe ich die Milch mit anderen Augen. Wenn du also deine Meinung zur Milch behalten möchtest, dann schalte jetzt ab. [Pause] Okay, dann lasst uns einsteigen.

 

Seit Jahrzehnten lautet ein Argument der Milchwirtschaft folgendermaßen: „Milch enthält besonders viel Calcium und schützt vor Osteoporose.“ Hier sind wir bei den ersten beiden Missverständnissen. Zum einen gibt es viele andere Nahrungsmittel, in denen deutlich mehr Calcium enthalten ist als in der Milch. Bspw. enthalten 100 g Emmentaler (45% Fett i. Tr.*) 1020 mg, wo hingegen in der gleichen Menge Milch gerade mal 120 mg stecken.

 

Das zweite Missverständnis ist, dass mehr Vitalstoffe erforderlich sind als nur das Calcium, um sich wirksam vor Osteoporose zu schützen. Der gesundheitliche Nutzen der Milch wird von der Industrie völlig ins falsche Licht gerückt. Einige Experten sind der Meinung, dass Milch krank macht.

 

Milch ist doch gesund, oder?

Der jährliche Durchschnittsverbrauch an Milch liegt bei 50 bis 60 Liter bearbeiteter Kuhmilch. Hinzu kommen alle Produkte aus Milch, wie Joghurt, Butter, Käse, Kefir, Eis und so weiter. Wir halten diesen Verbrauch für völlig normal, denn wir wurden seit unserer Kindheit von der Werbung beschallt, dass Milch „Müde Männer munter mache“ und damit sehr wichtig für unsere Gesundheit sei. Kritisch wird es, wenn die Lobbyisten auch nicht vor unseren Schulen halt machen. EU-Förderprogrammen sorgen dafür, dass Milch und Milchprodukte in Schulkantinen als das „gesunde Etwas“ verkauft werden.

Wenn jetzt jeder Deutsche zu seinem täglichen Glas Milch greift, wie kann dieser Bedarf denn gedeckt werden? Wie gelingt es der Milchindustrie, diese enorme Nachfrage zu decken? Wie steht es um die Qualität der Milch? Die naturbelassene Mutterkuh gibt dafür zu wenig Milch. Sie muss zur Turbo-Kuh umfunktioniert/gezüchtet werden.

 

Die Turbo-Kuh für Hochleistungsbedarf

Wie funktioniert das? Nun, Mutterkühe geben Milch weil sie schwanger waren und ein Kalb geboren haben. Das Kälbchen wird dabei nach wenigen Tagen von seiner Mutter getrennt. Die Muttermilch bekommt es dann nicht mehr, sondern billige Ersatzmilch. Ist das Kälbchen eine Kuh, hat es Glück gehabt und erleidet das gleiche Schicksal seiner Mutter. Ist es männlich, hat es Pech gehabt und wird es nach ein paar Wochen Mast geschlachtet.

 

Jetzt gibt eine Milchkuh nur dann Milch, wenn sie Junge bekommt. Das ist ökonomischer Sicht nicht optimal. Deswegen hilft man hier etwas nach, indem man dafür gesorgt, dass eine Milchkuh – bis auf zwei Monate im Jahr – dauerschwanger ist. Das geht normalerweise auf keine Kuhhaut! Damit die Kuh diese Leistung dennoch stillschweigend erbringen können, hilft das Wissen um die geschickte Auswahl an Turbo-Kuh-Genen in der Züchtung. Nur so war es möglich, dass die Milchindustrie ihre Produktion in den vergangenen 50 Jahren vervielfachen konnte. Hier ein Beispiel:

 

  • Milchproduktion 1960: 640 Liter pro Jahr pro Milchkuh
  • Milchproduktion 2015: 7.500 Liter Jahr pro Milchkuh
  • Knapp das 12-fache in 55 Jahren

 

Eine andere Stellschraube im ökonomischen Größenwahn ist das Hochleistungsfutter. Die Milchkuh bekommt neben Gras, (oft gentechnisch veränderten) Mais und Kraftfutter eine besondere industriell erzeugte Form von Eiweiß. Von Natur pur ist schon lange nichts mehr zu sehen.

 

Und wie steht es um die Gesundheit unserer Milchkühe? Ihr würde es am besten gefallen mit bequemen Liegeflächen, frischer Luft, wenig „Stress“ und saftigem Grünzeug. Was die Kuh bekommt hängt vom Züchter ab. Ins Konzept eines Billiganbieters passt es nicht, alles dafür zu tun, dass es dem Tier gut geht. Aus ökonomischer Sicht ist alles, was nicht direkt in Heller und Cent umsetzbar ist, ein schlechtes Wirtschaften. Von der Seite her überhaupt keinen Vorwurf an unsere Züchter. Es kommt darauf an, wie der Züchter, die Konkurrenz und letztlich auch der Verbraucher ticken.

 

Traurig ist, dass Turbo-Kühe in der Regel nur fünf Jahre leben und nur einem einzigen Zweck dienen, nämlich möglichst viel Milch abzuwerfen, welche zu Geld gemacht werden kann, damit der Profit stimmt. Es ist doch klar, dass das eine Kuh nicht lange durchhält. Wenn wir als Menschen lange Zeit auf 160% agieren rächt sich das früher oder später in Form von Krankheiten. So auch bei unserer Turbo-Kuh. Euterentzündungen sind keine Seltenheit, welche mit Antibiotika behandelt werden. Hier bekommen wir als Verbraucher auch etwas vom Kuchen ab, denn diese Stoffe sind dann natürlich auch in unserer Milch drin.

Der Milch mangelt es an Nährstoffen

Wenn die Milch nicht reifen kann, sondern im Schnellverfahren abgepumpt wird, so kann sie nicht so gesund sein, wie Milch von „glücklichen Kühen“. Im Supermarktregal finden wir in der Regel drei Sorten Milch:

 

  • Frischmilch: Dieser hat den Namen „Frischmilch“ nicht verdient, denn sie ist nicht „frisch“. Allein Rohmilch wäre frisch, doch leider kann man diese im Kühlschrank nicht länger als 3 Tage lagern. Im Supermarkt steht als „Frischmilch“ pasteurisierte Milch. Sie wurde für eine Dauer von 15 bis 30 Sekunden auf 72 bis 75 Grad erhitzt. Dabei gehen bis zu 10 % der Vitamine verloren. Ungeöffnet ist dieses Produkt 6 bis 10 Tage haltbar.
  • ESL-Milch: Sie ist doppelt so lang haltbar (englisch: extended shelf life = längere Haltbarkeit im Regal) mittels einer weiteren kurzen Erhitzung auf 127 Grad oder der Mikrofiltration. Ihr Vitaminverlust liegt bei 20 bis 30 %, sie ist bis zu 3 Wochen haltbar.
  • H-Milch (UHT-Milch) ist ultrahocherhitzt: Das „H“ steht für die lange Haltbarkeit – immerhin drei Monate. Dazu wird die Milch zwei bis acht Sekunden auf 135 Grad erhitzt. C. 20% der Vitamine gehen dabei verloren, zusätzlich folgt eine starke Denaturierung. Bis zu 8 Wochen haltbar.

Wer mehr wissen möchte, dem sei das komplette Buch „Der Murks mit der Milch“ von Dr. med. Max Otto Bruker und Dr. phil. Mathias Jung ans Herz gelegt. Diese haben bereits vor über 20 Jahren zahlreiche Fakten über den Weg vom Lebensmittel zum Industrieprodukt gesammelt. Warum wissen dann nur so wenig Menschen über die mangelnde Qualität unserer Milch?

 

Warum macht Milch krank?

So hält sich der Mythos von der gesunden Milch hartnäckig. Doch nur weil etwas oft wiederholt wird, heißt es noch lange nicht, dass es wahr ist. Oder? Aus psychologischen Untersuchungen wissen wir, dass wenn wir eine Aussage (mag sie stimmen oder nicht) nur oft genug hören, sie dann unweigerlich in unserem Kopf zur subjektiven Wahrheit wird. Dies wird dann zur kollektiven Wahrheit für viele Generationen. Ein anderes Beispiel hierfür ist der hohe Eisengehalt im Spinat. Dass es sich hierbei lediglich um ein verrutschtes Komma handelte, schaffte es nicht mehr in das kollektive Bewusstsein.

 

Weibliche Hormone in der Milch

Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass unsere heutige Kuhmilch gefährlich hohe Werte an Östronsulfat enthält. Östronsulfat ist eine Östrogen-Verbindung, die mit Hoden-, Prostata und Brustkrebs in Verbindung gebracht wird. Da den Kühen bereits vor der Geburt ihres Kälbchens die Milch genommen, ist ein hoher Östrogenen- und Progesterongehalt in der Milch zu finden.

 

Es besteht ein geprüfter Zusammenhang zwischen Milchkonsum und dem Auftreten bestimmter Krebsarten untersucht. Ergebnis: hormonabhängige Krebsarten treten vermehrt auf, wenn viel Milch verzehrt wurde. Andere Wissenschaftler vermuten, dass generell tierische Nahrungsmittel in Verbindung stehen mit diversen Krebsarten.

Trinken unsere Kinder viel Milch, dann soll sich angeblich deren Risiko erhöhen an Diabetes mellitus Typ 1 zu erkranken. Auslöser sei das in der Milch enthaltene Beta-Casein-Variante A1. Es stört das empfindliche Darmgleichgewicht und kann zum Ausbruch von Diabetes führen.

 

Laktoseintoleranz

Wir leben in Deutschland, ein Land in dem es unnormal ist, wenn man –L-Milch benötigt, weil man von normaler Milch üble Bauchkrämpfe bekommt. Es ist nämlich nicht normal, dass man Milch überhaupt verdauen kann. 75 % der Weltbevölkerung kann Milchzucker nicht verdauen. Diesen Menschen fehlt das Enzym „Laktase“, das für die Aufspaltung des Milchzuckers notwendig ist. Wird der Milchzucker nicht verdaut, kommt es zu Beschwerden wie: Bauchweh, Übelkeit, Durchfall. Oder man fühlt sich nach dem Verzehr von Milchprodukten einfach matt. Dies ist nur die Spitze des Eisberges. Wahrscheinlich wird Milch von viel mehr Menschen nicht gut vertragen. Interessanterweise reduzieren sich viele Symptome, wenn eine Zeit lang auf Kuhmilch verzichtet wird.

Probiere es mal selbst aus. Es kann sein, dass sich folgende Symptome bessern: Verdauungsprobleme, Reizdarmsyndrom, Migräne, Allergien, Hautausschlag, Akne, Neurodermitis, ja sogar Infektionen der Nasennebenhöhlen und der Ohren. Der Grund dafür liegt in einem stabileren Immunsystems, welches zum größten Teil im Darm sitzt.

 

Wenn du wissen möchtest, wie Hunger und Sättigung funktionieren, dann höre dir meine Podcastepisode dazu an.

 

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33 gesunde Bewegungsgewohnheiten, mit denen Du täglich 10.000 Schritte am Tag schaffst

 (Gastbeitrag von Ergotopia)

 

„Wenn wir jedem Individuum das richtige Maß an Nahrung und Bewegung zukommen lassen könnten, hätten wir den sichersten Weg zur Gesundheit gefunden.“
- Hippokrates von Kós

Wir leben in einem Zeitalter der Sesshaftigkeit. Knapp 17.000 Menschen verdienen laut der Gesundheitswissenschaftlerin, Hanna Frey, heutzutage ihr tägliches Brot hinterm Schreibtisch. [1] Dabei sind sich viele der gesundheitlichen Risiken des langen Sitzens nicht bewusst. Übergewicht, Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen, ein erhöhtes Diabetes- und Krebsrisiko gehören nur zu wenige der Krankheiten, die durch einen allzu bequemen Lebensstil verursacht werden.

Dennoch machen wir es uns nach Feierabend häufig lieber auf der Couch bequem, anstatt nochmal einen Spaziergang an der frischen Luft einzulegen. Anstatt zum nächsten Supermarkt zu laufen, der nur 15 Minuten Fußweg von unserer Wohnung entfernt liegt, bevorzugen wir selbst für kleinere Einkäufe das Auto. Bevor wir morgens eine halbe Stunde früher aufzustehen, um eine Runde joggen zu gehen, schlafen wir lieber länger. Gesund fühlt sich das nicht an und dessen sind wir uns tief im Inneren bewusst. Doch der innere Schweinehund ist zu groß und die Zeit schlichtweg zu knapp.

So legt der durchschnittliche Büroarbeiter täglich nur eine Strecke von etwa 1.500 Schritten zurück. Dabei liegt die tägliche Bewegungsempfehlung bei 10.000 Schritten am Tag, um sich gesundheitlich fit zu halten. Dies entspricht je nach Schrittlänge ca. 5-8 km zu Fuß. [2]

Doch warum ist regelmäßige Bewegung so wichtig?

Wir alle wissen, dass Bewegung wichtig für unsere Gesundheit ist. Doch inwiefern sich regelmäßige körperliche Aktivität auf unseren Körper auswirkt, sind sich nicht viele bewusst. Daher habe ich für Dich nochmal die wichtigsten positiven Aspekte regelmäßiger Bewegung zusammengefasst:

- Stärkung Deines Herz-Kreislauf-Systems: Du trainierst Deine Herzmuskulatur und Dein Herzvolumen vergrößert sich. Dadurch werden pro Herzschlag Deine Organe und Muskeln vermehrt mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt
- Stärkung Deines Immunsystems: Deiner Abwehrzellen werden vermehrt aktiviert, sodass Du weniger häufig krank wirst. Sport aktiviert also bestens Deine Abwehrkräfte
- Steigerung Deines körperlichen sowie mentalen Wohlbefindens: Beim Sport werden Glückshormone wie Endorphine und Serotonin ausgeschüttet. Deine Laune verbessert sich abrupt
- Anregung Deines Stoffwechsels: Dein Körper verbrennt bei anstrengenden körperlichen Aktivitäten mehr Fettreserven. Dabei werden Fettzellen in Muskelmasse umgewandelt, welche viel Energie verbrauchen
- Verbesserung Deiner Konzentration: Durch Bewegung wird Dein Gehirn besser durchblutet, wodurch Deine Konzentrationsfähigkeit steigt
- Aufbau Deiner Knochen- und Muskelmasse: Es wird vermehrt Knochensubstanz gebildet, wodurch Du Osteoporose vorbeugst. Zusätzlich baust Du  Muskelmasse auf, die Deinem Körper Stabilität verleihen
- Vorbeugung von Diabetes: Du verringerst Dein Diabetes-Risiko, da Dein Blutzuckerspiegel durch sportliche Aktivitäten gesenkt wird.

Eine Studie des taiwanischen National Health Research Institutes belegt außerdem, dass bereits täglich 15 Minuten moderate Bewegung unser Sterberisiko langfristig um 14% senken kann. [3]
Wie Du siehst, wirkt sich Bewegung in vielerlei Hinsicht positiv auf Deinen Körper und Deine Psyche aus. Doch oftmals reicht die Zeit an manchen Tagen nicht aus, um nochmal eine halbe Stunde joggen zu gehen oder nach Feierabend ein intensives Training abzulegen. Aus diesem Grund haben die Webseiten-Betreiber von Ergotopia (www.Ergotopia.de) eine Infografik erstellt, mit der Du 33 gesunde Bewegungsgewohnheiten spielend leicht in Deinen Alltag integrieren kannst.

Mit dieser schaffst auch Du sicherlich 10.000 Schritte am Tag, um Dich bei voller Gesundheit zu behalten! Schau sie Dir einfach nachfolgend an und lege gleich mit den Tipps los! :)

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Achtsamkeit beim Essen & Sport

Achtsamkeit beim Essen und Sport

Das Thema Achtsamkeit ist ja schon seit längerem in Mode. Leider habe ich dazu noch keine allgemein akzeptierte Definition gefunden. So kann jeder, der von Achtsamkeit spricht, darunter verstehen, was er will. Deswegen gehe ich heute dem Phänomen Achtsamkeit etwas genauer auf den Grund.

 

Was verbindest du mit Achtsamkeit?

Was sagt dir dein Bauchgefühl bei "Achtsam sein", „Auf etwas achten“, "Stille“ oder „Langsamkeit und Genuss“.

Vielleicht hast du jetzt ein Bild vom einem buddhistischen Mönch in Kutte und Glatze, der sich langsam und anmutig bewegt, und der im Einklang mit sich und der Welt ganz bedächtig und meditativ Tee in eine wunderhübsche Porzellantasse gießt. Das kommt doch der Achtsamkeit ziemlich nahe, oder nicht?

 

Eine Unterscheidung zu Beginn

Zuallererst müssen wir unterscheiden zwischen achtsam sein und den Effekten die entstehen, wenn wir immer und immer wieder achtsam sind.

 

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen. Wir müssen unterscheiden zwischen Joggen und den Auswirkungen von (regelmäßigem) Joggen: Joggen ist erst einmal eine Tätigkeit. Sie hat direkte Effekte und langfristige Effekte. So fühlst du dich etwa beim Joggen oder danach entspannt, konzentriert und wohlig erschöpft. Langfristiger betrachtet entwickelst du durch das regelmäßige Joggen einen trainierten Herzmuskel, deine Ausdauer steigt und dein allgemeines Stressniveau sinkt. Du siehst also, wenn wir im weiteren von Joggen sprechen, müssen wir sinnvollerweise zwischen dem Akt des Joggens und den (kurz- oder langfristigen) Auswirkungen des Joggens unterscheiden.

 

Genau so ist es auch bei der Achtsamkeit. Achtsamkeit ist nicht die Auswirkungen von regelmäßiger Übung in Achtsamkeit, sondern der Akt des Achtsamseins.

Effekte von Achtsamkeit können sein: Versenkung, Gedanken abschalten, Entspannung und Gelassenheit; genügend Übung voraus gesetzt. Genau wie beim Joggen musst du jetzt unterscheiden zwischen dem Tun (dem Joggen bzw. Achtsam sein) und den Auswirkungen des Tuns (bessere Ausdauer bzw. Gelassenheit, Versenkung usw.).

 

Das Achtsamsein ist also nicht Entspannung, Versenkung etc. – das sind die Auswirkungen, wenn man sich in Achtsamkeit übt. Achtsamkeit ist für mich der Akt des Achtsamseins in Hier und Jetzt.

 

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit (im Moment achtsam sein) heißt, sich dessen bewusst zu sein, was gerade jetzt innen und außen passiert und das Geschehen um dich herum gelassen und ohne emotionalen Wirbel, zu betrachten. Du richtest deine Gedanken immer wieder auf das Hier und Jetzt, hier in die Gegenwart. Sonst tust du nichts. Du greifst nicht ein und du musst dabei nichts erreichen. Jeder kann achtsam sein. Also kannst es auch du! 

 

Jetzt bist du vielleicht enttäuscht darüber, das Achtsamkeit nicht bedeutet, dass du dich jahrelang in luftige Höh(l)en des Himalayas zurückziehen musst. Vielleicht hättest du dies gerne gehabt, denn dann hättest du eine Ausrede dafür, dass du ja keine Zeit dafür hast, dich monate- oder jahrelang auf einen einsamen Berg zurückzuziehen.

 

Es ist einfacher als du denkst und das kannst auch du!

 

Achtsamkeit ist eine grundlegende Fähigkeit deines menschlichen Geistes. Jeder kann es, und zu fast jeder Zeit.

 

„Und wie soll das gehen wenn du sowieso schon emotional durcheinander bist?“ Hier ein Beispiel. Du bist in emotionalem Aufruhr, vielleicht bist du wütend, ärgerlich, traurig, oder ängstlich. Dann sehe darin deine Chance zum Üben. Betrachte diesen Zustand möglichst sachlich: „Aha, okay. Ich spüre Wut, Ärger, Trauer oder Angst in mir“.

 

Versuche, auf dieses emotionale Hochpuschen deines Geistes möglichst ruhig zu reagieren, betrachte das Geschehen einfach, ohne einzugreifen. Du trittst innerlich einen Schritt zurück und schaust ganz genau hin. Das ist alles!

 

Übung macht den Meister

Ja, man kann ohne Probleme „mal eben etwas“ achtsam sein. Leider ist diese Achtsamkeit ohne regelmäßige Übung nur schwach ausgeprägt, schwammig und kraftlos. Ein weiteres Beispiel verdeutlicht dir was ich meine. Laufen kann (fast) jeder – aber nur mit Übung kannst du lange Strecken und/oder hohe Geschwindigkeiten laufen.

 

Wenn dein Ziel eine hohe Achtsamkeit ist, dann führt kein Weg an regelmäßigem Üben vorbei. Mal ehrlich, so ist es doch mit jeder neuen Fähigkeit die man erlernen möchte, oder? Du würdest ja auch nicht auf den Gedanken kommen, einen Marathon ohne Übung zu laufen.

 

Ein bisschen achtsam kannst du schon jetzt. Möchtest du noch mehr positive Wirkungen des "Achtsam seins" genießen, brauchst du (am besten tägliche) Übung.

 

Wie war das mit den positiven Auswirkungen?

Nun, lohnt es sich denn überhaupt zu trainieren? Beispiel: Wenn du für den Berlin-Marathon trainierst, dann merkst du, dass du fitter wirst. Wenn du dich für einen Personal-Coach entscheidest, dann siehst du, wie deine Muskeln stärker und wie die Fettpolster kleiner werden. Wie ist das jetzt aber mit der Achtsamkeit? Lohnt es sich? Was kannst du erwarten?

 

Es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass Achtsamkeit eine positive Wirkung auf Körper und Seele hat. Das ist ja jetzt nicht sonderlich überraschend, oder? Und zusätzlich ist Achtsamkeit ein Alleskönner für nahezu jede Art von Beschwerden und Wehwehchen. Seien es Hautkrankheiten, chronischen Schmerzen, Depression, Stress oder Essstörungen. Auch ich praktiziere Achtsamkeit seit einigen Monaten selbst und auch in meinen täglichen Sitzungen mit meinen Jugendlichen gehört Achtsamkeit zu den Basics.

 

Man kann erst dann sein äußeres Verhalten verändern, wenn man erkennt, dass sich die inneren Prozesse stets im Wandel befinden.

 

Doch Vorsicht ist geboten bei den selbst ernannter Gurus, Heiligen und anderen Wohltätern, die auf den fahrenden Zug aufspringen und den schnellen Weg zum Glück versprechen. Auch die wissenschaftlichen Studien sind nicht der heilige Gral. Es gibt nur einen Weg, wenn du achtsam werden möchtest: Probiere es selber aus!

 

Achtsamkeit & Essen

Jeder muss essen. Hier kannst du jeden Tag mehrmals üben. Achtsamkeit beim Essen bedeutet, dir Zeit zu nehmen, auf dein Sättigungsgefühl zu achten und bewusst und mit allen Sinnen zu genießen. Je mehr Zeit du dir nimmst, desto besser kaust du deine Nahrung und erleichterst deinem Körper die Verdauungsarbeit.

 

Achte auf dein Sättigungsgefühl, damit du nie mehr als nötig isst und damit auf längere Sicht Übergewicht vermeidest. Wir tragen zur Entspannung, Stressreduzierung und einem gesteigerten Wohlbefinden bei, wenn wir mit allen Sinnen genießen.

 

Es gibt eine Podcastfolge, in der ich über den sinnlichen Aspekt des Essens gesprochen habe. Sie heißt „Mit allen Sinnen genießen“, und ich empfehle dir diese Folge als Ergänzung anzuhören, denn dort gebe ich viele Tipps zum Thema.

 

Wie erreiche ich beim Essen Achtsamkeit?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du dich voll und ganz auf deine Mahlzeit einlässt. Vermeide jegliche andere Aktivität, sorge dafür, dass du absolut ungestört bist und veranschlage ungefähr die doppelte Zeitdauer, die du normalerweise für dein Essen brauchst. Natürlich sind auch Gespräche mit anderen in dieser Zeit tabu.

 

Hier eine kleine Geschichte dazu:

Ein Zen-Schüler fragt seinen Meister: „Was unterscheidet den Zen-Meister von einem Zen-Schüler?“ Der Zen-Meister antwortet: „Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich.“ „Wieso? Das mache ich doch auch.“ Der Zen-Meister antwortet: „Wenn du gehst, denkst du ans Essen und wenn du isst, dann denkst du ans Schlafen. Wenn du schlafen sollst, denkst du an alles Mögliche. Das ist der Unterschied.“

Ich empfehle dir zu anfangs, dein Essritual in einen Tag einzubetten, der ohnehin in einem langsameren Rhythmus als normal verläuft. Ein Urlaubstag oder das Wochenende kann dir den perfekten Einstieg bieten.

 

Was bedeutet es, das Essen in Achtsamkeit einzunehmen?

Sei dir während des gesamten Essens bewusst über die Bewegungen in deinen Organen. Deinen Empfindungen im Magen-Darm-Trakt, dem Geschmack und der Konsistenz deiner Speisen. Nehme bewusst wahr, wie deine Hand zum Teller geht, mit welchem Widerstand die Gabel in die Speise eindringt, spüre das Gewicht auf der Gabel und nehme die unterschiedlichen Nuancen des Geschmacks wahr. Rieche an der Speise und versuche ihn mit allen möglichen Sinnen zu be-greifen. Kaue langsam und genieße dabei, sei dir jeden Augenblick bewusst was du gerade tust.

 

Das wichtigste bei der Achtsamkeit ist es, deine immer wieder abschweifenden Gedanken einzufangen, und sie wieder bewusst deine Mahlzeit anzukoppeln. "Zerdenke“ diese bewussten Vorgänge nicht. Sensibilisiere deine deine Sinne und werde mit einer Mahlzeit "eins". Die Verschmelzung mit dem Hier und jetzt ist es wert zu leben.

 

Achtsamkeit & Sport

Kommen wir jetzt zum Sport. Es ist Fakt, dass gefährliche Sportarten uns zu mehr Achtsamkeit zwingen. Wann immer wir in Gefahr sind, neigt unser Verstand dazu still zu stehen und Achtsamkeit entsteht ganz natürlich. Nun musst du dich nicht zwangsläufig einer Gefahr aussetzen. Es gibt auch eine Möglichkeit, ungefährliche Sportarten zu nutzen, um achtsamer zu werden.

 

Wie kann Sport zu mehr Achtsamkeit führen?

Du wählst eine Sportart aus, die dich persönlich anspricht und die du zuvor noch nie ausprobiert hast. Das ist wichtig, denn er lässt erst Achtsamkeit entstehen. Geschieht alles automatisch, ist es aus mit der Achtsamkeit. Wann immer du eine Bewegung erlernt hast, übst du sie in aller Regel automatisch aus, unbewusst.

Ein Beispiel vom Fahrradfahren soll dies verdeutlichen. Bist du während der Fahrt mit dem Rad achtsam unterwegs? Ich zumindest nicht immer. Oder spürst du, wie dein Fuß die Pedale berührt, nimmst du alle Verkehrsschilder und Passanten oder entgegenkommende Fahrräder bewusst wahr? Spürst du zu jeder Zeit dein eigenes Körpergewicht auf dem Sattel? Oder geht es dir oft so wie mir, dass du dich dabei ertappst, dass du gar nicht mehr weißt, wie du von A nach B gekommen bist? Deine Gedanken waren in der Zeit ganz woanders?

 

Ich fürchte, dass ich und du keineswegs achtsam unterwegs waren, sondern wir haben die Fähigkeit der Automation benutzt, einmal erlernte Bewegungen oder Handlungen blindlings auszuführen. Mache es dir zu Beginn nicht all zu schwer. Suche dir eine Sportart aus, die du noch nicht kennst oder probiert hast.

 

Nimm wahr, wie dein Körper reagiert, wie sich die verschiedenen Bewegungen und Berührungen anfühlen. Spüre den Untergrund, auf dem du dich bewegst, genieße den Luftzug auf deiner Haut, die Anstrengung der Muskeln und versuche einfach Spaß an der Bewegung zu entwickeln.

 

Bei einer Sportart, die dich körperlich und/oder geistig stark fordert, bleibt keine Zeit zum Nachdenken über Vergangenheit und Zukunft. Damit bist du genau da, wo du sein möchtest: Im Hier und Jetzt, du bist anwesend, du bist da, du bist lebendig.

 

Take Action

Wenn du jetzt angefixt bist und sofort starten möchtest, dann gib ihr ihr eine Chance. Suche dir zuerst ein geeignetes Programm, z.B. die bekannte Vipassana Meditation oder der wissenschaftlich fundierte Ansatz der „Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion“ (Mindfulness Based Stress Reduction, MBSR). Im nächsten Schritt schaust du dir alles in Ruhe an, was dort gemacht und erzählt wird. Ist das für dich nachvollziehbar, logisch und stimmig? Erst dann übst du eine Zeit lang diszipliniert.

 

Und damit meine ich mindestens zwei bis drei Monate. Du sagst ja auch nicht: „Skifahren ist nichts für mich, ich habe es gestern ausprobiert und ich kann es nicht“. Tipp: Übe mindestens zwei bis drei Monate regelmäßig. Dann schaue, ob sich eine Veränderung einstellt. Genau das ist Achtsamkeit. Unvoreingenommene Selbsterfahrung.

 

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Time to say Goodbye - Auf zu neuen Ufern

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11 Tipps, wie du deinen Heißhunger auf zuckerhaltige und ungesunde Lebensmittel stoppst

Heißhungerattacken sind der schlimmste Widersacher während einer Phase, in denen du auf deine Ernährung achten möchtest.

 

Das Hungergefühl im Zuge einer Heißhungerattacke ist stärker, als normal üblich. Das Verlangen ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die einen haben unglaublich Lust auf Schokolade und Süßigkeiten, während andere sich maßlos mit deftigen Mahlzeiten überfressen.

 

Das gesteigerte Bedürfnis nach ungesundem Essen ist vordergründig für Dein Gewichtsproblem verantwortlich. Heißhungerattacken, bei denen du ungesunde Fertigprodukte oder Süßigkeiten zu dir nimmst, hindern Dich, aufgrund der hohen Kalorienanzahl daran, Dein Gewicht zu reduzieren und zu halten.

 

Nachfolgend findest Du 11 einfache Tricks und Tipps, wie Du den Heißhunger auf süße und schädliche Nahrungsmittel stoppen kannst.

 

1. Trinke viel Wasser

Durst wird oft mit Hunger bzw. plötzlich auftretendem Appetit verwechselt.

Wenn du ein großes Glas Sprudelwasser trinkst, flacht der erste große Kohldampf gehörig ab. Deshalb wäre es klug etwas zu trinken, ehe Du zum Kühlschrank gehst.

Meistens legt sich der Drang einige Minuten später. In diesem Fall hat Dein Körper tatsächlich nicht nach etwas Essbarem verlangt, er brauchte einfach Erfrischung.

Dem Organismus täglich viel Flüssigkeit zu zuführen ist im Allgemeinen sehr zuträglich für die Gesundheit. Gerade ältere Personen und die Herrschaften mittleren Alters kann ein Glas Wasser vor einer Mahlzeit helfen. Der Magen ist so mithilfe des Getränks bereits vor der Nahrungsaufnahme gefüllt. Das Sättigungsgefühl tritt infolgedessen zügiger ein. Eine gute Methode um das Körpergewicht zu reduzieren (1, 2, 3).

 

Um die Getränke Bier, Kaffee und Sprudel geht es in dieser Folge meines Podcasts.

 

Merke:
Wasser trinken hilft sowohl dabei Hungerbedürfnisse zu stillen und ist durch die geringere Essensaufnahme (=weniger aufgenommene Kalorien) auch positiv für deinen Abnehmerfolg.

 

2. Iss mehr Proteine

Protein ist Eiweiß. Du findest es in Milchprodukten, Fisch, Käse und natürlich in Eiern. Fleisch enthält ebenfalls viel Protein. Ganz besonders hervorzuheben ist das Rind mit etwa 20.7 % Proteinanteil.

Eine proteinreiche Ernährung kann deinen Appetit verringern, sättigt dich langanhaltend und bewahrt dich davor, zu viel zu essen (4).

Deshalb sei Dir empfohlen, sie hauptsächlich in das Abendessen einzuplanen. Morgens und am Mittag darfst Du ruhig Kohlenhydrate einkalkulieren. Sie sind abends eher unpassend, da sie nachts schlecht abgebaut werden.

Bei einer Studie mit übergewichtigen Mädchen im Teenageralter bekamen diese ein Frühstück, reich an Proteinen. Es zeigte sich, dass die Lust auf Zwischenmahlzeiten rasch bedeutend nachließ (5).

In einer weiteren Analyse unterzogen sich stattliche Männer einer Proteinkur. Im Verlauf wurde deutlich, dass die ansteigende Einfuhr von 25% Eiweiß am Tag, den Heißhunger in der Nacht um 50 % senkte (6).

 

Zu Thema "Proteine/Eiweiße" habe ich vor einigen Jahren einen meiner ersten Podcastfolgen gedreht.

 

Merke:

Eiweiß ist ein Appetitzügler. Die Gier fettige Nahrung zu konsumieren wird durch eine höhere Eiweißversorgung um rund 60% gebändigt. Selbst die nächtlichen Naschattacken lassen bis zu 50 % nach.

 

3. Halte dich von den Verführungen fern

Wenn du merkst, dass du Lust auf Süßes bekommst, dann halte dich nicht in der Nähe von den süßen und ungesunden Versuchungen auf.

Versuche dich von dem Gefühl des Verlangens abzulenken. Gehe z.B. spazieren oder nimm ein Bad. Durch andersartige Aktivitäten kommst du auf andere Gedanken. Der Heißhunger ist danach garantiert verflogen.

Einige Studien haben außerdem ergeben, dass das Kauen von Kaugummi das Magenknurren eindämmt (7, 8).

 

Auf schnelle und langsame Kohlenhydrate gehe ich in dieser Podcastepisode ein.

 

Merke:
Sorge für eine gewisse Distanz zu dir und den süßen Versuchungen. Ein schönes heißes Bad, ein Spaziergang in der Natur oder Kaugummikauen kann sehr gut vom Hunger ablenken.

 

4. Plane Deine Mahlzeiten genau ein

Wenn die Möglichkeit für Dich besteht, ist es vorteilhaft, Dir einen Speiseplan für den drauffolgenden Tag aufzustellen. Noch besser ist es, wöchentlich vorzuplanen.

Falls Du im Vorhinein eine Idee hast, was Du essen magst, kommst Du nicht in die Bedrängnis. Das Gefühl spontan etwas Essen zu müssen und die damit verbundene Unsicherheit wird Dich nicht überfallen. Dem unbeabsichtigten Kauf am Kiosk etc. kannst Du damit gut vorgreifen.

Eine Low Carb Ernährung ist besonders effektiv, wenn du abnehmen willst. Mit einem kostenlosen Low Carb Ernährungsplan für 7 Tage bist du gut vorbereitet und vermeidest plötzlich auftretende Heißhungerattacken die deinen Abnehmerfolg wieder zunichtemachen. 

 

Industriezucker macht uns krank! Stimmt nicht? Hör mal rein!

 

Merke:
Stellst du Dir einen Essensplan für den nächsten Tag oder die ganze Woche vorher zusammen, wirst du keine spontanen Einkäufe machen. Das schlechte Gewissen bleibt damit aus. Beides Dinge, die akute Essgelüsten hervorrufen.

 

5. Vermeide es, extrem hungrig zu werden

Dein leerer Magen ist die Hauptursache, warum Dich Heißhungerattacken überhaupt überfallen.

Die beste Möglichkeit, dass zu vermeiden, ist für Dich geregelte Mahlzeiten und Zwischensnacks einzunehmen. Bereite die Stärkung immer zu festen Uhrzeiten zu. Ist der Magen doch einmal zu leer, dann probiere es mit einer gesunden Zwischenmahlzeit.

Zwischendurch kannst Du z. B. Obst oder einen Müsliriegel zu dir nehmen. Ich habe auch immer eine kleine Packung Mandeln bei mir auf dem Schreibtisch liegen. Du kannst das aufkommende Verlangen eingrenzen, indem Du überzogene Essenspausen auslässt.

 

Über das Thema "Hunger und Sättigung" gehe ich in dieser Podcastfolge ein.

 

Merke:

Hunger ist immer ein Faktor für noch mehr Hunger. Wende ihn ab, indem Du stets einen gesunden Zwischensnack bei Dir hast.

 

6. Bekämpfe Stress, oder besser: "Lass einfach los"

Stresssituationen können Hungerattacken begünstigen. Sie beeinflussen daher das Essverhalten auf ungesunde Weise. Leider betrifft dieser Fakt insbesondere Frauen (9, 10, 11).

Frauen, die viel Stress haben und Hektik ausgesetzt sind, essen unbewusst viel kalorienreicher. Sie haben mehr Verlangen (vor allem nach Süßem), als jene Frauen, die sich in einer ausgeglichenen Lebenssituation befinden (12).

Überforderung lässt außerdem den Cortisolspiegel in Deinem Blut ansteigen. Dieses Hormon kann dafür sorgen, dass Gewicht drastisch ansteigt. Vorzugsweise betrifft die Zunahme den Bauchbereich (13, 14).

Entziehe Dich der Hektik in Deiner Umgebung, wann immer das geht. Dies erreichst Du am besten, indem Du Deine Termine weit vorausplanst und Dir zwischendurch immer wieder eine Pause gönnst. Versuche konstant einen kühlen Kopf zu bewahren.

 

Das Thema "Stress und Veränderung" behandle ich in dieser Podcastfolge.

 

Merke:

Bist du dem Stress ausgesetzt, vergrößert sich auch Dein Verlangen nach Essen und somit Dein Gewicht. Also einfach locker bleiben.

 

7. Nimm ein Spinatextrakt zu dir

Relativ frisch auf dem Markt ist ein Spinatextrakt. Es wird aus den Thylakoiden entwickelt, die in Spinatblättern enthalten sind.

Die Wissenschaftlerin Charlotte Erlanson-Albertsson hat zahlreiche Tests durchgeführt. Sie konnte nachweisen, dass der regelmäßige Konsum des Spinatextrakts, den Appetit abschwächt. Das Mittel verlangsamt die Verdauung. Heißhungerattacken kommen auf diese Weise gar nicht zustande.

Die Thylakoide sorgen dafür, dass der Organismus Fett langsamer verdaut. Schon 3,7-5 Gramm / Mahlzeit sollen ausreichen, um für viele Stunden eine Sättigung zu erreichen (15, 16, 17).

Eine Studie, mit fettleibigen Teilnehmerinnen, ergab, dass lediglich 5 Gramm Spinatextrakt täglich genügen, um das Verlangen (87 -95 %) zuckerhaltigen Süßigkeiten deutlich zu hemmen (18).

 

Vitalstoffe sind unser Lebenselexir, wie ich in diesem Artikel geschrieben habe.

 

Merke:
Spinatextrakt verzögert den Fettverdauungsprozess und steigert gleichzeitig die Leistung der Hormone, die den Appetit blocken. Sie helfen auch gegen Heißhunger.

 

8. Nimm deine Mahlzeiten bewusst zu dir

Aufmerksames Essverhalten setzt eine grundsätzliche Aufmerksamkeit voraus.

Das Konzept Achtsamkeitsmeditation entspringt der Lehre des Buddhismus. Es ist eine Art der Meditation, die sich auf das Zusammenspiel zwischen der eigentlichen Verköstigung und den dazugehörigen, Genussmitteln bezieht.

Es lehrt Dich bewusste Achtsamkeit für Deine Essgewohnheiten, Deine Emotionen, Hungergefühl, Dein Verlangen, Dein Körperempfinden zu entwickeln. Die gesamte Körperwahrnehmung zeigt sich in einem völlig neuen Licht (19, 20).

Wenn Du mit Hingabe isst, kannst Du lernen, zwischen Heißhunger und normalem Hunger zu unterscheiden. Mittels dieser Gabe wirst Du zukünftig nicht mehr gedankenlos Essen in Dich hineinstopfen, sondern die Verantwortung für Dein Abnehmen tragen (21).

Der Akt der Achtsamkeit erfordert Deine vollständige Ausrichtung auf den Essensvorgang. So ist es wichtig, jeden Bissen langsam und gründlich zu kauen. Jegliche Ablenkung, wie z. B. fernsehen oder das Smartphone solltest Du während Deiner Mahlzeit auch keine Aufmerksamkeit schenken.

In einer Studie mit essgestörten Personen, die sich über 6 Wochen erstreckte, testete die Gruppe die Methode des andächtigen Essens. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die starken Fressgelüste nahmen merklich von 4 Heißhungerattacken, auf etwa 1,5 /pro Woche ab. Langsame Sättigung reduziert also auch die Heftigkeit der Heißhungerattacken (22).

 

Zu  Thema "Mit allen Sinnen genießen" empfehle ich dir meine Podcastepisode.

 

Merke:
Die Lehre des achtsamen Essens umfasst sich mit der Erkenntnis, wann Du tatsächlich hungrig bist und wann Du einfach Heißhunger hast. Sie zeigt Dir, welche Entscheidung für Dich die beste ist, um Essgelüsten nicht nachzugeben.

 

9. Schlafe genug

Dein Verlangen nach Essbarem wird weitgehend durch die Schwankung von Hormonen bestimmt. Schlafentzug stört Deinen Tag / Nachtrhythmus.

Unregelmäßiges Essen ist die Folge und somit auch wiederkehrender starker Bedarf nach ungesunder Kost (23, 24).

Laut Studien ist die Gefahr für Menschen, die nicht genug Schlaf bekommen, zu 55 % höher, adipös zu werden. Schläfst du ausreichend, also mindestens 8 Stunden, ist dies nicht sehr wahrscheinlich (25).

Aus diesem Grund ist ein gesundes Maß an Nachtruhe, die beste Methode, Heißhunger zu stoppen.

 

Merke:
Schlafentzug kann den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Dies ruft in der Folge, Heißhungeranfälle und Störungen des Essverhaltens auf den Plan.

 

10. Iss ausgewogen und genügend

Hunger und das Fehlen wichtiger Nährstoffe im Körper fördern Heißhunger.

Darum ist es signifikant, dass Du zum Frühstück, Mittag - und Abendbrot ausreichend und angemessen isst. Nur auf diesem Weg kannst Du Deinem Körper die Nährstoffe zuführen, die er nötig hat. Erneuter Appetit, gleich nach der Mahlzeit, fällt dadurch weg und behindert das abnehmen nicht.

Solltest Du zwischen den drei Hauptspeisen doch einmal das dringende Bedürfnis auf einen Snack verspüren, achte darauf, dass Du etwas Gesundes wählst. Am besten wählst Du Vollwertkost. Zur Auswahl stehen Dir bspw. Obst, Nüsse, frisches Gemüse und Vollkornkost.

 

Wie du einen grünen Smoothie selbst herstellst der auch noch lecker schmeckt erfährst du hier.

 

Merke:
Wenn Du bei den Hauptmahlzeiten angemessen isst, kannst du schnell wiederkehrendem Hunger und dem damit verbundenen Naschen, zuvorkommen. Denke immer daran Deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

 

BONUS #11. Vermeide es mit leerem Magen einzukaufen

Lebensmittelgeschäfte gehören zu den wohl schlimmsten Plätzen, wenn Du hungrig bist und abnehmen möchtest.

Erstens findest Du dort alles, was Dein Herz begehrt. Egal, wie schlecht es für Deine Figur ist. Zweitens sind die ungesündesten Erzeugnisse immer genau auf Augenhöhe platziert. So wird abnehmen schnell zur Qual.

Am Anfang einer Ernährungsumstellung ist es adäquat, die Inhaltsstoffe einzelner Produkte zu vergleichen. Später weißt du, welches Erzeugnis für dich das Richtige ist.

Der beste Weg Hamstereinkäufen auszuweichen ist es, wenn Du kurz vor den Besorgungen ordentlich isst. Deshalb höre auf Dein Bauchgefühl. Gehe nicht aus dem Haus, ehe Dein Magen nicht gefüllt ist. Suche jedenfalls niemals mit hungrig den Supermarkt auf.

 

Zum Thema "Manipulation im Supermarkt" habe ich eine Podcastfolge veröffentlicht.

 

Merke:

Vor dem Einkauf ausgewogen Essen aufzunehmen, schützt Dich vor unvernünftigen Anschaffungen die dann bei der nächsten Heißhungerattacke verschlungen werden.

 

Fazit

  • Heißhungerattacken können jeden von uns zu jederzeit treffen. Laut einer aktuellen Studie machen rund 50% aller Menschen diese Erfahrung regelmäßig (26).
  • Sie spielen eine Hauptrolle bei den Themen Gewichtszunahme, Esssucht und Fressattacken (27).
  • Achte bewusst auf Dein Verlangen und die dazugehörigen Auslöser. Wenn du über sie Bescheid weißt, kannst Du die Berührung mit Ihnen sofort vermeiden. Insgesamt wird Dir das Abnehmen und das Essen von gesunden Produkten dann viel leichter fallen.
  • Falls dir noch weitere Tipps einfallen, wie man Heißhungerattacken vermeidet bzw. diese bekämpft, dann schreibe deine Erfahrungen gerne in die Kommentare unterhalb dieses Artikels.

 

 

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

Über Laura:

Laura Stein ist Autorin und Bloggerin auf www.foodfitness.de. In ihren Artikeln gibt sie ihren Erfahrungsschatz aus jahrelanger Tätigkeit als Ernährungscoach weiter, welcher sich auf eine gesunde Ernährung, dem erfolgreichen Abnehmen und Low-Carb-Diäten bezieht. Mehr über Laura findest du auf ihrer Website http://www.foodfitness.de/.

 

Alle Quellennachweise dürfen gerne bei der Autorin nachgefragt werden.

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Alles vegan, oder was? (Teil 3/3)

Hier kannst du den zweiten Teil dieser Serie lesen.

 

Töten und getötet werden ist natürlich und der Lauf der Dinge

Manche Menschen möchten uns erklären, dass das Töten Teil der Natur sei und schon immer so war. Der Stärkere frisst den Schwächeren.

Der Mensch ist natürlich auch ein Teil der Natur, bzw. war es einmal, bevor er sich für was besseres gehalten hat und die Macht an sich riss. Seine tiefgreifende Fähigkeit zur ethischen Reflektion und Planung macht dem Menschen unter allen Lebewesen kein anderer nach. Der Löwe muss töten, er hat keine andere Wahl. Er muss überleben. Wir hingegen haben zu jeder Zeit die Wahl. Wir müssen keine anderen Tiere essen oder ihnen Leid zumuten um zu überleben. Wir als Menschen treffen durch unseren Konsum oder Nicht-Konsum von Fleisch eine ethische Entscheidung. Ist das Mästen und Schlachten von Tieren okay für mich oder nicht? Egal gibt es nicht.

 

Bei einer veganen Ernährung fehlt das lebenswichtige Vitamin B12

Es stimmt, dass man als Vegetarier und Veganer auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 achten muss. Vitamin B12 ist nur in tierischen Produkten enthalten. Was macht der Veganer jetzt? Nun, das Vitamin B12 lässt sich über Nahrungsergänzungsmittel oder angereicherte Zahnpasta abdecken, da das Vitamin u. a. über die Mundschleimhäute aufgenommen wird. Bedenke auch, dass „Nutztier“-Futter oft mit verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen versetzt wird – u. a. mit Vitamin B12.

Auch ist bekannt, dass ernährungssensible Veganer Verdauungsprobleme bekommen können. Nicht jeder verträgt die hohen Mengen an Ballaststoffen, Fruktose und Rohkost.

 

Fazit

·         Ich glaube daran, dass wir alle eins sind, Mensch, Tier und Pflanzen. Ich möchte nicht in einer Welt leben, bei der die einen auf Kosten der anderen ausgebeutet werden und Qualen leiden müssen. Anstatt sich was darauf einzubilden, dass wir Menschen höher gestellt, intelligenter oder etwas Besseres sind, denke ich, dass wir unsere gut ausgeprägte Fähigkeit, ethisch und moralisch zu handeln, auch nutzen sollten. Wir haben uns durch unsere Bequemlichkeit auf der einen und der Habgier nach Profit auf der anderen Seite in diese missliche Lage gebracht. Wir haben gewisse Pflichten, die wir nicht delegieren können. Hier kann jeder einzelne seinen Beitrag leisten indem er seinen Kopf einschaltet und seinen Weg geht. Selbst entscheidet, wo er was und wie viel davon isst, trägt oder duldet. Wie viel lasse ich zu auf Kosten anderer?

·         Ich glaube daran, dass alle Dinge dieser Welt durch unsichtbare Kräfte zusammengehalten werden. Man kann diese Kräfte nennen wie man mag. Ich habe während meines Lebens viele solcher Momente erlebt, die mir die Sicherheit geben, dass es etwas gibt, was uns alle miteinander verbindet. Es gibt einen schönen Satz: „What goes around comes around.“ Zu Deutsch so viel wie: „Das was du in die Welt hineingibst, bekommst du irgendwann wieder zurück.“ Ich gehe sogar einen Schritt weiter wenn sich sage, dass man es 100- oder 1000-fach zurückerhält.

·         Diese „Kräfte des Universums“ stellen eine Verbindung zu allen Lebensvorgängen und damit zu Menschen, Tieren und Pflanzen dar. Alle Vorgänge in der Natur sind ein Wechselspiel zwischen diesen Kräften; sie stehen in einer bestimmten Beziehung zueinander.

Diese Lehre ist nicht neu und basiert auf uraltem chinesischem Wissen. Mein großes Ziel ist es, mich diesen Kräften und den Vorgängen der Natur harmonisch anzugleichen. Ich schwimme nicht gegen den Strom, sondern nutze die vorhandene Strömung für mich und mein Leben. Wenn sich die Kräfte im Einklang befinden, geht es Mensch und Natur gut.

·         Sind die Verhältnisse zwischen den Kräften unausgewogen, weil sich bspw. der Mensch hervortut und sich dem Lebensstrom entgegenstellt, bringt er ein Ungleichgewicht in die natürliche Ordnung. So entstehen beispielsweise Klimakatastrophen, oder Kriege zwischen Völkern. Die so genannten Zivilisationskrankheiten nehmen zu. Noch verwunderlich, wenn man es aus diesem Blickwinkel betrachtet?

·         Die angeführten Argumente können und sollen gar nicht erschöpfend sein. Das Ziel dieser Gegenüberstellung ist es, dass du mit einigen Punkte mitgehen kannst, diese in dir mitschwingen. Dann empfehle ich dir folgendes: Schalte deinen Kopf mal einen Abend lang ein und dafür den Fernseher aus.

·         Nochmal. Ich bin kein absoluter Verfechter der Misch-, vegetarischer, veganer oder sonst einer Kost. Ich sehe mich als denjenigen, der euch die Informationen über die Dinge besorgt und ihr arbeitet damit bis ihr zu eurem eigenen Weg findet, der für euch passt. Nichts Schlimmeres als ein Mensch, der nicht aus Überzeugung handelt.

·         Eine Entscheidung aus moralischen Gründen sollte man respektieren, da diese durchdacht ist und die Werte des Menschen ausdrückt. Das finde ich gut! Vorsicht davor, den veganen Hype mitzumachen, weil man einfach unreflektiert ist und mit der Welle mitschwimmt. Sei es eine neue Schlankheitskur gefunden zu haben oder einfach „cool“ sein zu wollen. Lasst es!

·         Die Ansätze der „richtigen Ernährung“ sind so vielseitig, und ich gebe allen Recht mit ihrer Ernährungsweise, auch den Fleischessern. Jeder schafft sich seine eigene Welt und lebt danach. Willst du dein Verhalten ändern, so musst du zuerst deine Weltansicht ändern.

·         Ach ja, ganz zum Beginn habe ich dir von meinem Arzt erzählt.

Und dieser Punkt ist so wichtig: man darf sich nicht nur Essensregeln auferlegen, die technisch gesehen gesund wären. Man muss auch auf seine Seele achten. Durch das weglassen der „Seelennahrung“ lösen wir so viel Stress im Körper aus, dass der Säure-Basen-Haushalt in Richtung sauer schwenkt. Meine Podcastfolge zum „ph-Wert“ findest du auch im Archiv bei iTunes oder auf meiner Webseite.

Es spielt auch eine Rolle, mit welcher Geisteshaltung die Nahrung verzehrt wird. Essen, das mit Freude gegessen wird verändert seine Schwingung augenblicklich, so kann eine Tomate aus dem Supermarkt durchaus Energie haben, und ein Apfel aus dem Bioladen liegt mir im Magen, weil ich ihn mit Sorge gegessen habe.

Ich werde deswegen weiterhin meine ganz individuelle Form der Ernährung nutzen. Es spielt ja nicht nur eine Rolle, was objektiv für deinen Körper das Beste ist. Es ist auch wichtig, was deiner Seele gut tut.

 

Take Action

  • Jetzt folgen praktisch umsetzbare Tipps, die du gleich heute anwenden kannst.
  •  Leider erfahren wir über die Massenmedien nie die Wahrheit, sondern immer nur das, was die Massen wollen, dass wir es wissen. Möchtest du gelenkt werden oder selbst am Lenkrad deines Lebens sitzen? Suche die Information und bilde dir deine Meinung.
  • Mache keinen Trend mit, bevor du nicht 100% dahinter stehst!
  • Mein Tipp sind rote Bohnen oder die daraus produzierten Nudeln. Die haben viel veganes Protein.
  • Stöbere mal auf den Seiten von www.biowahrheit.de.
  • Das, was wir in die Welt senden kommt irgendwann zu uns zurück. Dies ist ein unumstößliches Naturgesetz. Dies gilt für alle unsere Taten. Die Taten reproduzieren sich ganz nach ihrer Art.
  • Verurteile niemanden aufgrund seines Handelns. Jesus sagte: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!“. Jeder sollte sich Gedanken machen, was und wie viel davon er essen möchte. Jeder trägt die Verantwortung für sein Leben selbst. Wenn du also das nächste Mal ein Steak blutig haben möchtest, dann tue es! Ohne Schuldgefühle!
  • Bitte versuche niemanden von deiner Sicht der Dinge zu überzeugen. Für dich mag es gut und richtig sein. Du bist du und der andere ist der andere. Wenn du schon verändern möchtest, dann tue es ohne Worte, durch Taten. Sei ein Vorbild, nicht nur bzgl. Essen.

Eine letzte Sache noch…

 

·         Mir liegt es heute am Herzen, euch einen Einblick in meine Werte zu geben. Jeder Mensch sollte die Verantwortung dafür übernehmen was er tut oder lässt. Veganismus ist eine Chance sich neu zu Positionieren, sich von gewissen Praktiken abzugrenzen oder diese stillschweigend zu tolerieren. Ich finde es absolut notwendig und sehe es als meine Aufgabe mit meinem Sein (Meine Werte und Glaubenssätze) und mit allem was ich tue (u.a. Arbeit, Partnerschaft, Podcast, eBooks) Menschen wachzurütteln aus ihrem hoffentlich Dornröschenschlaf. Ich hoffe, dass die Menschen nur von außen betrachtet schlafen und im Inneren ein Prozess stattfindet. Erwachen die Menschen dann, haben sie den nächsten Entwicklungsschritt in ihrem Inneren getan und handeln dementsprechend. Wie das dann aussieht bleibt jedem selbst überlassen. Selbst entscheiden und nicht treiben lassen. Ich verschaffe dir Gedankenanstöße, du erschaffst dir deine Realität. 

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Alles vegan, oder was? (Teil 2/3)

Hier findest du Teil 1 dieser Serie.

 

Als Sportler kann ich meinen Bedarf an Protein nicht decken.

Der Proteinbedarf kann sehr gut ohne tierisches Eiweiß gedeckt werden. Eine ausreichende Versorgung über Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse etc. ist leicht umzusetzen. Über Proteine im Allgemeinen (nicht speziell vegane Quellen) könnt ihr euch in einer frühen Podcastfolge informieren.

Auch für Bodybuilder oder Sportler ist eine vegane Ernährung gut umsetzbar. Warum sich dieses Argument so tapfer hält, hat evtl. etwas mit dem Männerbild zu tun. Zur Männlichkeit gehört eben das Steak genauso wie Muskeln und eine gesunde Portion Aggressivität. Der Pflanzenessende Bodybuilder ist noch nicht kollektive ins Bewusstsein gelangt.

Ich habe von Profisportlern gehört, dass sie ihre Leistungen mit veganer Kost sogar ein wenig verbessern konnten, da sie sich insgesamt frischer und mental stärker fühlen.

 

Unser Gehirn hat sich durch Fleischkonsum erst entwickelt

Das ist so nicht nachgewiesen. Was letztlich ausschlaggeben dafür war, dass wir uns so rasant entwickelt haben, ist abschließend noch nicht geklärt. Ich tippe darauf, dass es (wie so oft) an einer Vielzahl von Faktoren lag. Unsere Fähigkeit, stärkehaltige Pflanzen zu verdauen, ist sicherlich ein wichtiger Faktor.

Ich sehe das so: was vor einigen Millionen Jahren wie relevant für unsere Entwicklung war, ist für jeden Einzelnen aus heutiger Sicht eher nebensächlich. Hier und jetzt ist es wichtig für dich, deinen Körper mit allen Nährstoffen zu versorgen, die für dich essenziell sind. Und das ist grundsätzlich ohne Tierprodukte möglich.

 

Veganismus macht uns zu besseren Menschen

Ist das so? Auch die Industrie hat Spezialisten der Werbepsychologie an Bord und nutzt den aktuellen Trend aus. Vegan wird mit vielen positiven Emotionen verbunden, wie „gesund“, „ökologisch“, „grün“, „umweltbewusst“, „fit“, „Zeitgeist“ oder einfach nur „cool und angesagt sein“. Doch ist es meist so, dass Veganer primär aus egoistischen und gesundheitlichen Gründen auf Tierisches verzichten. Durch vegane Ernährung bin ich also nicht automatisch ein besserer Mensch, wie uns die Werbeindustrie immer verkaufen möchte.

 

Vegan ist teuer

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der anfängliche Zeitaufwand vegan zu kochen und sich darüber zu informieren Zeit kostet, das stimmt. Die Produkte an sich werden immer beliebter und auch immer variantenreicher. Zum Bespiel gibt es rote Bohnen. Die sind günstig und ein hervorragender Proteinspender. Davon gibt es auch Nudeln, die prima mit selbstgemachter veganer Kräutersoße schmecken. Teuer ist also immer relativ. Die Frage ist eher, was lässt du in dich hinein? Das ist es was rauskommt. Mental und physisch.

 

Fleisch ist ökologischer

Aus ökologischer Sicht und im Hinblick auf die Ernährungsgerechtigkeit wird häufig argumentiert, dass einige Tiere (z. B. Kühe und Kaninchen) Gras verstoffwechseln können, wodurch für den Menschen nicht verwertbares Pflanzenmaterial in konsumierbare Produkte wie Milch und Fleisch umgewandelt wird. Das ist richtig.

Dazu möchte ich zwei Aspekte zufügen:

Zum einen lassen sich durch Weidetiere nur kleine Mengen Fleisch und Milch produzieren. Der weltweite Konsum dieser Produkte übersteigt ja ein Vielfaches dessen, was durch Weidetiere produziert werden kann. Dein Beitrag kann also sein, diese Produkte so lange nicht zu konsumieren, bis der weltweite Konsum auf ein Gleichgewichtsniveau zurückgegangen ist. Ansonsten förderst du indirekt intensivere Tierhaltungsformen. Das bedeutet, dass diese Kühe nicht nur mit Gras gefüttert werden und „glücklich“ sind, sondern mit anderen Dingen, die mit artgerechtem Futtermittel wenig zu tun haben. Natürlich ist klar, dass wenn alle Menschen auf einmal kein Fleisch mehr essen würden, es gar nicht so viel Ackerfläche auf der Welt gibt, dass alle Menschen satt werden. Komischerweise werden dennoch im Hier und Jetzt nicht alle Menschen auf der Welt satt, doch dies ist ein Thema für die Ernährungsgerechtigkeit.

Zum anderen bringt Fleisch viel Energie. Würden jetzt viele Menschen auf einmal kein Fleisch mehr essen, so müssten riesige Ackerlandflächen mit Nutzpflanzen bestellt werden, die diese Energielücke schließen. Außerdem braucht Edelgemüse wie Tomaten, Salat, Gurken, Zucchini und Spargel jede Menge Wasser, Dünger und Pestizide.

 

Wir müssen unsere Intelligenz ausnutzen

Einige behaupten, dass unsere Intelligenz es rechtfertigt, weniger intelligente Tiere zu unserem Vorteil zu mästen und zu töten. Wenn das so wäre, dann verstehe ich folgendes nicht.

Dürften wir dann auch über andere Menschen bestimmen? Ich denke da an körperlich oder geistig behinderte oder anderweitig unterlegene Menschen? Da fällt mir ein ganz dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte ein. War es nicht schon einmal so ähnlich?

Noch etwas, was mich nachdenklich stimmt. Würden wir das Intelligenz-Argument noch verwenden, wenn besonders intelligente Außerirdische bei uns landen und uns essen wollen?

Vermeintlich wenig intelligente Tiere für unseren Vorteil oder zu Ernährungszwecken auszunutzen, ist nicht zielführend. Bessere Fragen wären, ob diese Tiere leiden können und einen Lebenswillen haben. Andererseits kannst du dich fragen, was denn die Berufung einer Forelle ist? Gegessen zu werden? Ein glückliches Leben zu haben? Evlt. sollten wir unsere Intelligenz dazu einsetzen, anderen zu dienen, Mensch und Tier?

 

Bio-Tiere haben ein schönes Leben

Auch die Bio-Branche ist wirtschaftlich ausgerechtet und auch hier möchten Gewinne erzielt werden. D.h. auch der Bio-Markt produziert unter Kostendruck. Ich nehme mal an, dass bei der Ausarbeitung der Bio-Richtlinien keine Milchkuh oder Legehenne mit am Tisch sitzt. Deswegen wird das Tierwohl eher eine untergeordnete Rolle spielen. Schaue mal auf der Seite www.biowahrheit.de vorbei. Dort wird die Bio-Branche genauer unter die Lupe genommen.

Am Ende steht selbst bei vorbildlichen Bedingungen das ethische Problem des geplanten Tötens.

 

Schlachtungen verlaufen schnell und schmerzlos

Da die Schlachtung in kleinen Betrieben vor einigen Jahren verboten wurde, müssen die Tiere zum Schlachten in eine Großschlachterei gekarrt werden. Viele Tiere müssen deswegen lange und quälende Wege auf sich nehmen. In der Großschlachterei stehen die Tiere dann in einer Reihe an, um systematisch getötet zu werden. Die Tiere sehen und spüren, dass große Gefahr droht und stoßen alle Stresshormone aus die sie haben. Diese Hormone bleiben im Fleisch und am Ende der Nahrungskette landet ein Stück „Angst“ auf unseren Tellern. Es heißt: Das, was wir in die Welt senden, kommt irgendwann unweigerlich zu uns zurück. Ich glaube an dieses unumstößliche Naturgesetz.

 

Hier geht es zum letzten Teil mit meinem Fazit und nachhaltigen Überlegungen.

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Alles vegan, oder was? - Denkanstöße (Teil 1/3)

Vegan ist Trend. Deshalb verzichten inzwischen viele Leute auf tierische Produkte. Welche Argumente sprechen für und welche gegen eine vegane Lebenseinstellung? Steckt mehr dahinter als ein vorübergehender Hype ums Essen? Werden wir in 3 Jahren noch darüber sprechen? Musst du dich entscheiden, oder gibt es einen Mittelweg? Und was hat das mit Verantwortung zu tun?

Je nach Schätzung leben ca. 600.000 bis 1,2 Mio. Veganerinnen und Veganer in Deutschland. Vegan zu leben bedeutet viel mehr, als Lebensmittel bewusst auszuwählen. Vegan ist eine Lebenseinstellung, die immer mehr Menschen für sich treffen. Warum ist das so? Was sind objektive Kriterien für und gegen eine vegane Ernähr- und Lebensweise. Starten möchte ich mit der Begriffsdefinition.

 

Definition

Nehmen wir mal an, du bist Mischkostler, d.h. du isst alles was dir schmeckt und was dir subjektiv gut tut, ohne Einschränkungen. Wenn du dich heute für eine vegane Lebensweise entscheiden würdest, würde das folgendes bedeuten. Ab heute nimmst du keine Produkte mehr zu dir, die in irgendeiner Weise mit Tieren zu tun haben.

„Okay, kein Fleisch … das geht, macht der Vegetarier ja auch so.“ Doch Moment! Das Wort „vegan“ leitet sich vom englischen Wort „vegetable“ („Gemüse, pflanzlich“) ab. Neben Fleisch und Fisch, beinhaltet „vegan“ auch das Meiden von Milchprodukten, Eier sowie alle anderen Produkte und Zutaten, die irgendwie mit Tieren zu tun haben. Ganz streng genommen sind auch Insekten mit eingeschlossen. Du isst also ab sofort auch keinen Honig mehr oder so genannte Lebensmittelzusatzstoffe (E-Nummern), die z. B. aus Läusen gewonnen werden.

Zusätzlich wirst du deinen neu installierten veganen Lebensstil nicht nur auf dein Essen übertragen. Vegan zu leben bedeutet, dass du dein Leben ohne jegliches Tierprodukt auch auf andere Lebensbereiche überträgst, z.B. auf Kleidung, Kosmetik und Alltagsgegenstände aus tierischer Produktion. Du greifst ab sofort auf Kunstleder oder Mikrofaserprodukte zurück anstatt auf echtes Leder, meidest Tierwolle und wählst Kosmetika ohne Tierprodukte und ohne Tierversuche.

 

Denkanstöße

Wie in allen Dingen, gibt es immer zwei Seiten ein und derselben Medaille „Vegane Ernährung“. Mir ist es wichtig, dass du beide Seiten kennst und dir deine eigene Meinung bildest.

Warum solltest du dich denn überhaupt vegan ernähren und kleiden wollen? Nun, der Weg zum Veganismus führt häufig über die ethisch motivierte vegetarische Ernährung. Wie bereits oben erwähnt, essen Vegetarier kein Fleisch und keinen Fisch. Dies tun sie, weil sie sich ausgiebig darüber informiert haben, wie Tiere gehalten, gemästet, getötet und anschließend geschlachtet werden. Hier fühlst du dich jetzt mitverantwortlich und möchtest Verantwortung über dein (Ess-)Verhalten tragen.

Jetzt erfährst du darüber hinaus, dass deine „gesunde Portion“ Milch am Tag (siehe Podcast Nr. 37 „Die Milch macht’s“) nicht unbedingt von glücklichen Kühen stammt und dein morgendliches Frühstücksei (egal ob Käfig oder Bodenhaltung) nicht ohne das gezielte Töten von Tieren auskommt. Ja, obwohl die Tiere nicht direkt getötet werden müssen, um dich in den Genuss von Milch oder Ei zu bringen, muss das Geschäft mit Tierprodukten ökonomisch rentabel sein.

 

Kurz zur Erläuterung:

Milchkühe werden so gezüchtet, dass sie Turbo-Kühe werden. Das bedeutet, dass sie sehr viel Milch geben. Sie werden als Kapital angesehen. Sind sie nicht mehr rentabel, geben also zu wenig Milch, werden sie geschlachtet. Oft ist das nach wenigen Jahren der Fall. Die Kühe werden künstlich schwanger gehalten, damit sie eben Milch für ihre Kälber geben können. Diese Milch trinken wir, die eigentlich für die Kälber da ist.

Das Kalbsfleisch wird aus den männlichen Tieren gewonnen, die nicht für die Maschinerie „Milchproduktion“ nützlich sind. So sind sie aus ökonomischer Sicht wenigstens noch für etwas gut.

Eier meidet der Veganer, weil bekannt ist, dass auch bei der Züchtung von Legehennen rein biologische 50% männliche Küken entstehen. Diese sind wirtschaftlich nicht gewollt und werden direkt nach dem Schlüpfen aussortiert, entweder lebendig in einen Schredder geworfen oder dienen den Reptilien als Futter.

Ebenso setzt sich der Veganer neben der Tötungsfrage aus Profitgründen auch mit der Tatsache auseinander, dass diesen „Nutztieren“ während ihres meist kurzen Lebens viel Leid widerfährt. Ist es moralisch vertretbar, dass Lebewesen leiden, damit wir es gut und bequem haben? Hier sieht man ganz deutlich, dass „vegan sein“ mehr ist als auf die Nahrung zu achten. Oft ist die Nahrung der Beginn eines Umdenkprozesses. Es ist eine Art die Welt zu sehen.

 

Weitere Gründe: Umweltschutz, Welternährung, Gesundheit

Es gibt weitere nachvollziehbare Gründe, die dafür sprechen, sich vegan zu ernähren. Da diese Gründe für die meisten Veganer zwar eine wichtige Rolle spielen, aber i.d.R. nicht die Hauptantriebsfeder sind, seien diese aus Platzgründen hier nur kurz genannt.

Die vegane Ernährung leistet einen wichtigen Beitrag zur Lösung von Umweltproblemen – seien es die Folgen der Überdüngung oder die Emission von Treibhausgasen. Auch die Ernährungsgerechtigkeit spielt eine Rolle, denn die Tierhaltung geht in aller Regel mit einer großen Verschwendung von Kalorien, Proteinen und anderen Nährstoffen einher. Das liegt daran, dass die Tiere den größten Teil der ihnen zugeführten Nährstoffe verbrauchen, um ihre Skelette aufzubauen, sich zu bewegen und ihre Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. All das produziert keine Lebensmittel. Und schließlich gibt es gesundheitliche Aspekte: Die vegane Ernährung kann helfen, vielen Volkskrankheiten vorzubeugen und sie sogar zu heilen. Zudem ist sie ein Beitrag, den Problemen des Antibiotikamissbrauchs in der Tierhaltung und der Entstehung von Resistenzen entgegenzuwirken (siehe Artikel auf HP).

 

Eiweiße aus Pflanzen

Pflanzliche Eiweiße sind wesentlich leichter zu verstoffwechseln, als Eiweiße tierischer Herkunft. Durch den geringeren Energieaufwand bei der Verstoffwechselung des pflanzlichen Eiweißes, baut der Körper Energiereserven auf, die ihm zusätzliche Power geben.

 

Soja ist ungesund

 

Ein übermäßiger Sojakonsum ist natürlich nicht optimal. Geringe Mengen sind gesundheitlich eher positiv zu bewerten. Wenn für den Sojaanbau der Regenwald abgeholzt wird, hat das nichts mit veganen Produkten zu tun. Wenn vegane Produkte Soja enthalten, dann kommt es meist aus ökologischem Anbau. Soja aus gerodeten Regenwaldgebieten findet dagegen vor allem im Futter für „Nutztiere“ Verwendung.

 

Hier geht es zu Teil zwei mit weiteren Argumenten.

 

Das Ganze gibt es auch als Podcastepisode zum nachhaltigen Wiederhören.

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eBook: Trainingsbuch Hindernislauf - Vorbereitung

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Hindernisläufe wurden in den letzten Jahren immer beliebter. Nicht nur stellen sie eine neue Herausforderung im Wettkampfkalender vieler Sportler dar, sondern sie machen auch viele „Sportmuffel“ neugierig.

 

Bei einem Hindernislauf geht es für viele an erster Stelle um den Spaß und den Teamgeist, weniger um Bestzeiten oder ums Gewinnen. Man kann zu einem Lauf alleine oder in der Gruppe antreten.

 

Hier ein kurzes Video dazu.

 

Ein Hindernislauf, im Englischen „Obstacle Course Race“ (oder kurz OCR) genannt, bietet eine Mischung aus Hindernissen, Cross, viel Wasser, sowie Schlamm, viel Wahnsinn und jede Menge Spaß. Es sind neben Ausdauer, Kraft und Koordination ebenso Schnelligkeit, psychologische Stärke und Teamgeist gefragt.

 

Da unterschiedliche Fertigkeiten gefordert werden, kann dich ein abwechslungsreiches Training und eine gezielte Vorbereitung ganz weit nach vorne bringen. Damit kannst du deine ersten Hindernisläufe erfolgreich beenden, oder wie man so schön sagt „finishen“. Dieses eBook richtet sich an interessierte Laien, die immer schon mal an einem dieser Hindernisläufe teilnehmen wollten, aber nicht wissen, wie sie dafür trainieren sollen.

 

Bestzeiten spielen hier keine Rolle. Mir liegt am Herzen, dass du Werkzeuge an die Hand bekommst, mit denen du arbeiten kannst und die dich für deine ersten Wettkämpfe gut vorbereiten. Ich habe den Text absichtlich übersichtlich gehalten und  für Anfänger geschrieben. Wer sich darüber hinaus noch tiefer in die Materie einarbeiten möchte, für den habe ich einige Literaturempfehlungen ans Ende gestellt.

 

Aus diesem Anlass habe ich ein kurzes eBook für 0,99 € geschrieben. Darin erfährst du, wie du als blutiger Anfänger für deinen ersten Hindernislauf trainierst. Schritt für Schritt gebe ich dir nützliches Wissen an die Hand, damit du gleich heute noch anfangen kannst.

 

Viel Erfolg wünscht Pascal


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Milch - Antibiotika und Übersäuerung

Macht Milch krank

Antibiotika in der Kuhmilch

Noch ein weiteres Thema, welches mir Bauschmerzen bereitet: Antibiotika-Resistenzen nehmen weltweit zu. Ein Hauptgrund könnte sein, dass Antibiotika in der Humanmedizin und Landwirtschaft breit eingesetzt wurden. Leidet die Milchkuh durch die übertriebene Milchproduktion unter einer Euterentzündung, so bekommt sie Antibiotika. Andere Tiere erhalten es ebenfalls als Bestandteil eines Medikaments, das den Energiehaushalt der Tiere regulieren soll. Das Antibiotikum war lange Zeit als Futterzusatz erlaubt, um Krankheiten vorzubeugen. 2006 hat die EU Antibiotika als Futterzusatz endgültig verboten. Das ist so, wie wenn man mit Kanonen auf Spatzen schießt. Es ist kein Wunder, dass diese Spatzen dann lernen, schneller und wendiger zu sein, damit man sie mit den herkömmlichen Kanonen nicht mehr trifft. Ich denke, dass trotz dem Verbot des Futterzusatzes noch genügend Antibiotika im Kreislauf - nicht nur von Kühen - herumschwirrt.

 

Nicht nur bei der Milchkuh, sondern überall auf der Welt, wo es darum geht auf Kosten der Tiere maximalen Ertrag zu erhalten (Geflügelmast), wird großzügig mit Antibiotika umgegangen. Vielen Menschen in Deutschland ist es bis heute gar nicht bewusst, dass sich überhaupt Antibiotikarückstände in ihrer „frischen“ Milch befinden könnten. Unter diesen Umständen wird sich auf lange Sicht das globale Problem der Antibiotika-Resistenzen nicht in den Griff bekommen lassen.

 

Ärzte-Zeitungen schlagen Alarm: durch Klinikinfektionen sterben jährlich 30.000 Menschen in deutschen Krankenhäusern. Die Antibiotika-Resistenzen seinen das Problem. Denn wenn die Antibiotika bei kleineren Infekten nicht mehr helfen, schaut der Patient „in die Röhre“. Ich plädiere für das Verantwortungsprinzip. Jeder Einzelne muss selbst darauf achten, dass er keine Lebensmittel verzehrt, in denen sich Antibiotika-Rückstände befinden könnten. Dazu muss man sich über die Herkunft und Art und Weise der Herstellung bewusst sein.

 

Milch übersäuert unseren Körper

„Milch ist unverzichtbar für das gesunde Knochenwachstum“. Dies ist wohl das größte Ammenmärchen aller Zeiten. Fakt ist, dass Milch unseren Körper übersäuert. Das gleicht unser Organismus dadurch aus, indem er aus den Mineralstoffdepots (Knochen und Zähne) Mineralstoffe entzieht, um damit die Säuren abzufangen. Unsere Knochen- und Zahngesundheit wird dadurch nicht verbessert, im Gegenteil, es entsteht durch den Raubbau ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche und Osteoporose.

 

Höre dazu meine Podcastfolge über den ph-Haushalt an.

 

Wir wissen heute, dass pflanzliche Produkte generell eine bessere Wirkung auf unsere Gesundheit zu haben scheinen als tierische. Wissenschaftlich belegt ist, dass der Einfluss von tierischem Eiweiß auf die Knochendichte die Neigung zu Knochenabbau und Hüftfrakturen erhöht. Beim Verzehr von pflanzlichem Eiweiß können solche Effekte nicht beobachtet werden.

 

Wie Calcium-Bedarf decken?

Nun, die brennende Frage lautet jetzt, wie wir unseren Calciumbedarf denn auf gesunde Art und Weise decken können?“ Nun, Calcium ist in vielen Lebensmitteln enthalten, vor allem in Küchenkräutern wie Thymian, Rosmarin, Oregano, Basilikum, Estragon, Majoran oder Dill. In grünen Gemüsesorten wie Brokkoli, Grünkohl, grüne Bohnen, Spargel, Fenchel und Rucola. Auch eine gute Quelle sind Nüssen wie Hasel-, Paranüsse, Mandeln oder Pistazien. Mit Hilfe eines 2-PS starken Hochleistungsmixers (Mein Tipp: OmniBlend V) lässt sich auch aus Nüssen eine leckere Milch zubereiten. Sesam- und Leinsamen und Sonnenblumenkerne sind ebenfalls gute Calciumquellen. Auch in einigen Obstsorten finden wir dieses wertvolle Mineral, beispielsweise in getrockneten Feigen, getrockneten Datteln, Hagebutten, Rosinen und Korinthen, getrockneten Aprikosen (ungeschwefelt) oder in Oliven.

 

Unser Körper benötigt Mineralien im Zusammenspiel. Das bedeutet, dass unser Körper Calcium nur richtig verwerten kann, wenn der Körper bspw. über genügend Magnesium verfügt. Viele Menschen haben jedoch einen Magnesiummangel, ohne es zu wissen.

 

Leckere, pflanzliche Alternativen zur Kuhmilch

Möchten sie auf „Milch“ nicht verzichten, dann gibt es im Bioladen wesentlich gesündere Alternativen zur Kuhmilch. Hier eine Auswahl: Dinkelmilch, Hafermilch, Mandelmilch, Nussmilch (z.B. Macadamia), Kokosmilch oder Kokoswasser.

Achtung vor „Sojamilch“. Mittlerweile sehen viele Soja kritisch. Soja ist besser verdaulich, wenn es fermentiert ist. Bitte Sojasahne oder Sojamilch nur in Maßen verzehren.

 

Fazit

  • Die Supermarkt-Milch ist ein Industrieprodukt und steht für mich auf gleicher Stufe wie Fertignahrung. Würdest du dir jeden Tag was davon reinziehen?
  • Denke daran, wenn du das nächste Mal ein Glas Milch (200 ml) 1,5%-iger Vollmilch trinkst. Vollmilch enthält (96 kcal) mehr Kalorien als eine Banane (94 kcal) oder ein Ei (81 kcal).
  • Milch bildet in unseren Körper Säuren und muss durch basische Lebensmittel „abgedämpft“ werden. Isst du ausreichend basenbildendes Gemüse, wie Kartoffeln, Kohl oder grüne Smoothies? Hier ein Link zu meinem YT-Video wie ich einen Grünen Smoothie herstelle.
  • In Milch können Antibiotika-Rückstände enthalten sein, Tendenz steigend.
  • Milch kann die Entstehung hormonabhängiger Krebsarten begünstigen.
  • Lactoseintoleranz gehört zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien.
  • Ein guter Schutz vor Osteoporose beinhaltet immer Calcium in Kombination mit Magnesium. Zusätzlich fördert Vitamin D3 die Magnesiumaufnahme.
  • Vegane Quellen bieten sich an, um unseren Körper mit genügend Calcium zu versorgen. Eine Grundversorgung mit Calcium sind Kräuter, Nüsse und Gemüse.
  • Denke darüber nach: Möchtest du die Tierhaltung zur Milchherstellung unterstützen, indem du konventionelle Milch kaufst? Ich für mich trinke nur noch selten Milch direkt vom Bio-Bauernhof. Die schmeckt wirklich super!

Take Action

Jetzt folgen praktisch umsetzbare Tipps, die du gleich heute anwenden kannst.

  • Für mich ist der Verzehr von Rohmilch zu etwas Besonderem geworden. Anders ist es für mich ethisch nicht vertretbar. Und für dich, nachdem du das alles hier gehört hast?
  • Die gesundheitlichen Risiken sind nicht unerheblich. Da ich Allergiker bin, verzichte ich weitestgehend auf Milch. Was für mich schwer war, denn ich liebe Quark. Den esse ich auch noch, allerdings weniger, dafür stammt er aus dem Bioladen von „glücklichen Kühen“. Das ist es mir wert auch mehr dafür zu bezahlen. Es ist ja mein Körper dem ich etwas Gutes tue.
  • Das Calcium für unseren Stoffwechsel gibt es genügend aus veganen Quellen. Gemüse ist hier immer ein guter Ratgeber, auch Nüsse und Kräuter liebe ich.
  • Wusstest du, dass wir ein „Darm-Hirn“ haben? Das kooperiert mit unserer Psyche viel mehr als gedacht. Wer dazu mehr erfahren möchte, dem empfehle ich das brillant geschriebene Buch von Giulia Enders „Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ“.
  • Ohne den Ballast, den nicht nur die Milch, sondern auch anderes antibiotikaverseuchtes Geflügel mit sich bringt, wirst du merken, dass du auch mental fitter wirst.
  • Grundsätzlich kann ich euch meine alte Binsenweisheit mitgeben: je mehr mit Lebensmitteln im Vorfeld „gespielt“ wurde, desto mehr Stoffe sind darin, die nicht in dich hinein gehören. Diese Stoffe können durch die Blut-Hirn-Schranke sogar bis ins Gehirn gelangen. Was sie dort anstellen muss erst noch untersucht werden. Ich gehe auf „Nummer Sicher“ und meide solche Industrieprodukte.
  • Leider erfahren wir über die Massenmedien nie die Wahrheit, sondern immer nur das, was die Massen wollen, dass wir es wissen. Möchtest du gelenkt werden oder selbst am Lenkrad deines Lebens sitzen? Suche die Information und bilde dir deine Meinung.
  • Hier kannst du eine NDR-Dokumentation über die „Milch Lüge“ (45 Minuten) ansehen.

Vielen Dank fürs Lesen und Verantwortung übernehmen!

 

Pascal

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Milch - Laktose und Hormone

Antibiotika in der Milch

Ein Werbeslogan lautet: „Die Milch macht’s“. Was genau „macht“ denn die Milch? Munter? Gesund? Krank? Damit beschäftigen wir uns heute.

Der Grund, warum ich das Thema wichtig finde ist nicht, dass seit dem 1. April 2015 die Milchquote ausgelaufen ist. Sondern, dass ich 2009 das Buch „Der Murks mit der Milch“ von Dr. med. Max Otto Bruker gelesen habe. Er war ein deutscher Sachbuchautor, Arzt und Politiker, starb 2001 mit 91 Jahren. Er war ein Verfechter der Vollwerternährung, für die er einen eigenen Ansatz erarbeitete, nämlich die „Vitalstoffreiche Vollwertkost“. Wie so oft, wenn jemand anders denkt und das vor allen laut ausspricht, musste er dafür heftige Kritik einstecken.

 

Dieses Buch, neben vielen anderen, schrieb er bereits in den 80er-Jahren. Das was ich darin gelesen habe hat mich sehr schockiert. Seither sehe ich die Milch mit anderen Augen. Wenn du also deine Meinung zur Milch behalten möchtest, dann schalte jetzt ab. [Pause] Okay, dann lasst uns einsteigen.

 

Seit Jahrzehnten lautet ein Argument der Milchwirtschaft folgendermaßen: „Milch enthält besonders viel Calcium und schützt vor Osteoporose.“ Hier sind wir bei den ersten beiden Missverständnissen. Zum einen gibt es viele andere Nahrungsmittel, in denen deutlich mehr Calcium enthalten ist als in der Milch. Bspw. enthalten 100 g Emmentaler (45% Fett i. Tr.*) 1020 mg, wo hingegen in der gleichen Menge Milch gerade mal 120 mg stecken.

 

Das zweite Missverständnis ist, dass mehr Vitalstoffe erforderlich sind als nur das Calcium, um sich wirksam vor Osteoporose zu schützen. Der gesundheitliche Nutzen der Milch wird von der Industrie völlig ins falsche Licht gerückt. Einige Experten sind der Meinung, dass Milch krank macht.

 

Milch ist doch gesund, oder?

Der jährliche Durchschnittsverbrauch an Milch liegt bei 50 bis 60 Liter bearbeiteter Kuhmilch. Hinzu kommen alle Produkte aus Milch, wie Joghurt, Butter, Käse, Kefir, Eis und so weiter. Wir halten diesen Verbrauch für völlig normal, denn wir wurden seit unserer Kindheit von der Werbung beschallt, dass Milch „Müde Männer munter mache“ und damit sehr wichtig für unsere Gesundheit sei. Kritisch wird es, wenn die Lobbyisten auch nicht vor unseren Schulen halt machen. EU-Förderprogrammen sorgen dafür, dass Milch und Milchprodukte in Schulkantinen als das „gesunde Etwas“ verkauft werden.

Wenn jetzt jeder Deutsche zu seinem täglichen Glas Milch greift, wie kann dieser Bedarf denn gedeckt werden? Wie gelingt es der Milchindustrie, diese enorme Nachfrage zu decken? Wie steht es um die Qualität der Milch? Die naturbelassene Mutterkuh gibt dafür zu wenig Milch. Sie muss zur Turbo-Kuh umfunktioniert/gezüchtet werden.

 

Die Turbo-Kuh für Hochleistungsbedarf

Wie funktioniert das? Nun, Mutterkühe geben Milch weil sie schwanger waren und ein Kalb geboren haben. Das Kälbchen wird dabei nach wenigen Tagen von seiner Mutter getrennt. Die Muttermilch bekommt es dann nicht mehr, sondern billige Ersatzmilch. Ist das Kälbchen eine Kuh, hat es Glück gehabt und erleidet das gleiche Schicksal seiner Mutter. Ist es männlich, hat es Pech gehabt und wird es nach ein paar Wochen Mast geschlachtet.

 

Jetzt gibt eine Milchkuh nur dann Milch, wenn sie Junge bekommt. Das ist ökonomischer Sicht nicht optimal. Deswegen hilft man hier etwas nach, indem man dafür gesorgt, dass eine Milchkuh – bis auf zwei Monate im Jahr – dauerschwanger ist. Das geht normalerweise auf keine Kuhhaut! Damit die Kuh diese Leistung dennoch stillschweigend erbringen können, hilft das Wissen um die geschickte Auswahl an Turbo-Kuh-Genen in der Züchtung. Nur so war es möglich, dass die Milchindustrie ihre Produktion in den vergangenen 50 Jahren vervielfachen konnte. Hier ein Beispiel:

 

  • Milchproduktion 1960: 640 Liter pro Jahr pro Milchkuh
  • Milchproduktion 2015: 7.500 Liter Jahr pro Milchkuh
  • Knapp das 12-fache in 55 Jahren

 

Eine andere Stellschraube im ökonomischen Größenwahn ist das Hochleistungsfutter. Die Milchkuh bekommt neben Gras, (oft gentechnisch veränderten) Mais und Kraftfutter eine besondere industriell erzeugte Form von Eiweiß. Von Natur pur ist schon lange nichts mehr zu sehen.

 

Und wie steht es um die Gesundheit unserer Milchkühe? Ihr würde es am besten gefallen mit bequemen Liegeflächen, frischer Luft, wenig „Stress“ und saftigem Grünzeug. Was die Kuh bekommt hängt vom Züchter ab. Ins Konzept eines Billiganbieters passt es nicht, alles dafür zu tun, dass es dem Tier gut geht. Aus ökonomischer Sicht ist alles, was nicht direkt in Heller und Cent umsetzbar ist, ein schlechtes Wirtschaften. Von der Seite her überhaupt keinen Vorwurf an unsere Züchter. Es kommt darauf an, wie der Züchter, die Konkurrenz und letztlich auch der Verbraucher ticken.

 

Traurig ist, dass Turbo-Kühe in der Regel nur fünf Jahre leben und nur einem einzigen Zweck dienen, nämlich möglichst viel Milch abzuwerfen, welche zu Geld gemacht werden kann, damit der Profit stimmt. Es ist doch klar, dass das eine Kuh nicht lange durchhält. Wenn wir als Menschen lange Zeit auf 160% agieren rächt sich das früher oder später in Form von Krankheiten. So auch bei unserer Turbo-Kuh. Euterentzündungen sind keine Seltenheit, welche mit Antibiotika behandelt werden. Hier bekommen wir als Verbraucher auch etwas vom Kuchen ab, denn diese Stoffe sind dann natürlich auch in unserer Milch drin.

Der Milch mangelt es an Nährstoffen

Wenn die Milch nicht reifen kann, sondern im Schnellverfahren abgepumpt wird, so kann sie nicht so gesund sein, wie Milch von „glücklichen Kühen“. Im Supermarktregal finden wir in der Regel drei Sorten Milch:

 

  • Frischmilch: Dieser hat den Namen „Frischmilch“ nicht verdient, denn sie ist nicht „frisch“. Allein Rohmilch wäre frisch, doch leider kann man diese im Kühlschrank nicht länger als 3 Tage lagern. Im Supermarkt steht als „Frischmilch“ pasteurisierte Milch. Sie wurde für eine Dauer von 15 bis 30 Sekunden auf 72 bis 75 Grad erhitzt. Dabei gehen bis zu 10 % der Vitamine verloren. Ungeöffnet ist dieses Produkt 6 bis 10 Tage haltbar.
  • ESL-Milch: Sie ist doppelt so lang haltbar (englisch: extended shelf life = längere Haltbarkeit im Regal) mittels einer weiteren kurzen Erhitzung auf 127 Grad oder der Mikrofiltration. Ihr Vitaminverlust liegt bei 20 bis 30 %, sie ist bis zu 3 Wochen haltbar.
  • H-Milch (UHT-Milch) ist ultrahocherhitzt: Das „H“ steht für die lange Haltbarkeit – immerhin drei Monate. Dazu wird die Milch zwei bis acht Sekunden auf 135 Grad erhitzt. C. 20% der Vitamine gehen dabei verloren, zusätzlich folgt eine starke Denaturierung. Bis zu 8 Wochen haltbar.

Wer mehr wissen möchte, dem sei das komplette Buch „Der Murks mit der Milch“ von Dr. med. Max Otto Bruker und Dr. phil. Mathias Jung ans Herz gelegt. Diese haben bereits vor über 20 Jahren zahlreiche Fakten über den Weg vom Lebensmittel zum Industrieprodukt gesammelt. Warum wissen dann nur so wenig Menschen über die mangelnde Qualität unserer Milch?

 

Warum macht Milch krank?

So hält sich der Mythos von der gesunden Milch hartnäckig. Doch nur weil etwas oft wiederholt wird, heißt es noch lange nicht, dass es wahr ist. Oder? Aus psychologischen Untersuchungen wissen wir, dass wenn wir eine Aussage (mag sie stimmen oder nicht) nur oft genug hören, sie dann unweigerlich in unserem Kopf zur subjektiven Wahrheit wird. Dies wird dann zur kollektiven Wahrheit für viele Generationen. Ein anderes Beispiel hierfür ist der hohe Eisengehalt im Spinat. Dass es sich hierbei lediglich um ein verrutschtes Komma handelte, schaffte es nicht mehr in das kollektive Bewusstsein.

 

Weibliche Hormone in der Milch

Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass unsere heutige Kuhmilch gefährlich hohe Werte an Östronsulfat enthält. Östronsulfat ist eine Östrogen-Verbindung, die mit Hoden-, Prostata und Brustkrebs in Verbindung gebracht wird. Da den Kühen bereits vor der Geburt ihres Kälbchens die Milch genommen, ist ein hoher Östrogenen- und Progesterongehalt in der Milch zu finden.

 

Es besteht ein geprüfter Zusammenhang zwischen Milchkonsum und dem Auftreten bestimmter Krebsarten untersucht. Ergebnis: hormonabhängige Krebsarten treten vermehrt auf, wenn viel Milch verzehrt wurde. Andere Wissenschaftler vermuten, dass generell tierische Nahrungsmittel in Verbindung stehen mit diversen Krebsarten.

Trinken unsere Kinder viel Milch, dann soll sich angeblich deren Risiko erhöhen an Diabetes mellitus Typ 1 zu erkranken. Auslöser sei das in der Milch enthaltene Beta-Casein-Variante A1. Es stört das empfindliche Darmgleichgewicht und kann zum Ausbruch von Diabetes führen.

 

Laktoseintoleranz

Wir leben in Deutschland, ein Land in dem es unnormal ist, wenn man –L-Milch benötigt, weil man von normaler Milch üble Bauchkrämpfe bekommt. Es ist nämlich nicht normal, dass man Milch überhaupt verdauen kann. 75 % der Weltbevölkerung kann Milchzucker nicht verdauen. Diesen Menschen fehlt das Enzym „Laktase“, das für die Aufspaltung des Milchzuckers notwendig ist. Wird der Milchzucker nicht verdaut, kommt es zu Beschwerden wie: Bauchweh, Übelkeit, Durchfall. Oder man fühlt sich nach dem Verzehr von Milchprodukten einfach matt. Dies ist nur die Spitze des Eisberges. Wahrscheinlich wird Milch von viel mehr Menschen nicht gut vertragen. Interessanterweise reduzieren sich viele Symptome, wenn eine Zeit lang auf Kuhmilch verzichtet wird.

Probiere es mal selbst aus. Es kann sein, dass sich folgende Symptome bessern: Verdauungsprobleme, Reizdarmsyndrom, Migräne, Allergien, Hautausschlag, Akne, Neurodermitis, ja sogar Infektionen der Nasennebenhöhlen und der Ohren. Der Grund dafür liegt in einem stabileren Immunsystems, welches zum größten Teil im Darm sitzt.

 

Wenn du wissen möchtest, wie Hunger und Sättigung funktionieren, dann höre dir meine Podcastepisode dazu an.

 

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33 gesunde Bewegungsgewohnheiten, mit denen Du täglich 10.000 Schritte am Tag schaffst

 (Gastbeitrag von Ergotopia)

 

„Wenn wir jedem Individuum das richtige Maß an Nahrung und Bewegung zukommen lassen könnten, hätten wir den sichersten Weg zur Gesundheit gefunden.“
- Hippokrates von Kós

Wir leben in einem Zeitalter der Sesshaftigkeit. Knapp 17.000 Menschen verdienen laut der Gesundheitswissenschaftlerin, Hanna Frey, heutzutage ihr tägliches Brot hinterm Schreibtisch. [1] Dabei sind sich viele der gesundheitlichen Risiken des langen Sitzens nicht bewusst. Übergewicht, Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen, ein erhöhtes Diabetes- und Krebsrisiko gehören nur zu wenige der Krankheiten, die durch einen allzu bequemen Lebensstil verursacht werden.

Dennoch machen wir es uns nach Feierabend häufig lieber auf der Couch bequem, anstatt nochmal einen Spaziergang an der frischen Luft einzulegen. Anstatt zum nächsten Supermarkt zu laufen, der nur 15 Minuten Fußweg von unserer Wohnung entfernt liegt, bevorzugen wir selbst für kleinere Einkäufe das Auto. Bevor wir morgens eine halbe Stunde früher aufzustehen, um eine Runde joggen zu gehen, schlafen wir lieber länger. Gesund fühlt sich das nicht an und dessen sind wir uns tief im Inneren bewusst. Doch der innere Schweinehund ist zu groß und die Zeit schlichtweg zu knapp.

So legt der durchschnittliche Büroarbeiter täglich nur eine Strecke von etwa 1.500 Schritten zurück. Dabei liegt die tägliche Bewegungsempfehlung bei 10.000 Schritten am Tag, um sich gesundheitlich fit zu halten. Dies entspricht je nach Schrittlänge ca. 5-8 km zu Fuß. [2]

Doch warum ist regelmäßige Bewegung so wichtig?

Wir alle wissen, dass Bewegung wichtig für unsere Gesundheit ist. Doch inwiefern sich regelmäßige körperliche Aktivität auf unseren Körper auswirkt, sind sich nicht viele bewusst. Daher habe ich für Dich nochmal die wichtigsten positiven Aspekte regelmäßiger Bewegung zusammengefasst:

- Stärkung Deines Herz-Kreislauf-Systems: Du trainierst Deine Herzmuskulatur und Dein Herzvolumen vergrößert sich. Dadurch werden pro Herzschlag Deine Organe und Muskeln vermehrt mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt
- Stärkung Deines Immunsystems: Deiner Abwehrzellen werden vermehrt aktiviert, sodass Du weniger häufig krank wirst. Sport aktiviert also bestens Deine Abwehrkräfte
- Steigerung Deines körperlichen sowie mentalen Wohlbefindens: Beim Sport werden Glückshormone wie Endorphine und Serotonin ausgeschüttet. Deine Laune verbessert sich abrupt
- Anregung Deines Stoffwechsels: Dein Körper verbrennt bei anstrengenden körperlichen Aktivitäten mehr Fettreserven. Dabei werden Fettzellen in Muskelmasse umgewandelt, welche viel Energie verbrauchen
- Verbesserung Deiner Konzentration: Durch Bewegung wird Dein Gehirn besser durchblutet, wodurch Deine Konzentrationsfähigkeit steigt
- Aufbau Deiner Knochen- und Muskelmasse: Es wird vermehrt Knochensubstanz gebildet, wodurch Du Osteoporose vorbeugst. Zusätzlich baust Du  Muskelmasse auf, die Deinem Körper Stabilität verleihen
- Vorbeugung von Diabetes: Du verringerst Dein Diabetes-Risiko, da Dein Blutzuckerspiegel durch sportliche Aktivitäten gesenkt wird.

Eine Studie des taiwanischen National Health Research Institutes belegt außerdem, dass bereits täglich 15 Minuten moderate Bewegung unser Sterberisiko langfristig um 14% senken kann. [3]
Wie Du siehst, wirkt sich Bewegung in vielerlei Hinsicht positiv auf Deinen Körper und Deine Psyche aus. Doch oftmals reicht die Zeit an manchen Tagen nicht aus, um nochmal eine halbe Stunde joggen zu gehen oder nach Feierabend ein intensives Training abzulegen. Aus diesem Grund haben die Webseiten-Betreiber von Ergotopia (www.Ergotopia.de) eine Infografik erstellt, mit der Du 33 gesunde Bewegungsgewohnheiten spielend leicht in Deinen Alltag integrieren kannst.

Mit dieser schaffst auch Du sicherlich 10.000 Schritte am Tag, um Dich bei voller Gesundheit zu behalten! Schau sie Dir einfach nachfolgend an und lege gleich mit den Tipps los! :)

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Achtsamkeit beim Essen & Sport

Achtsamkeit beim Essen und Sport

Das Thema Achtsamkeit ist ja schon seit längerem in Mode. Leider habe ich dazu noch keine allgemein akzeptierte Definition gefunden. So kann jeder, der von Achtsamkeit spricht, darunter verstehen, was er will. Deswegen gehe ich heute dem Phänomen Achtsamkeit etwas genauer auf den Grund.

 

Was verbindest du mit Achtsamkeit?

Was sagt dir dein Bauchgefühl bei "Achtsam sein", „Auf etwas achten“, "Stille“ oder „Langsamkeit und Genuss“.

Vielleicht hast du jetzt ein Bild vom einem buddhistischen Mönch in Kutte und Glatze, der sich langsam und anmutig bewegt, und der im Einklang mit sich und der Welt ganz bedächtig und meditativ Tee in eine wunderhübsche Porzellantasse gießt. Das kommt doch der Achtsamkeit ziemlich nahe, oder nicht?

 

Eine Unterscheidung zu Beginn

Zuallererst müssen wir unterscheiden zwischen achtsam sein und den Effekten die entstehen, wenn wir immer und immer wieder achtsam sind.

 

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen. Wir müssen unterscheiden zwischen Joggen und den Auswirkungen von (regelmäßigem) Joggen: Joggen ist erst einmal eine Tätigkeit. Sie hat direkte Effekte und langfristige Effekte. So fühlst du dich etwa beim Joggen oder danach entspannt, konzentriert und wohlig erschöpft. Langfristiger betrachtet entwickelst du durch das regelmäßige Joggen einen trainierten Herzmuskel, deine Ausdauer steigt und dein allgemeines Stressniveau sinkt. Du siehst also, wenn wir im weiteren von Joggen sprechen, müssen wir sinnvollerweise zwischen dem Akt des Joggens und den (kurz- oder langfristigen) Auswirkungen des Joggens unterscheiden.

 

Genau so ist es auch bei der Achtsamkeit. Achtsamkeit ist nicht die Auswirkungen von regelmäßiger Übung in Achtsamkeit, sondern der Akt des Achtsamseins.

Effekte von Achtsamkeit können sein: Versenkung, Gedanken abschalten, Entspannung und Gelassenheit; genügend Übung voraus gesetzt. Genau wie beim Joggen musst du jetzt unterscheiden zwischen dem Tun (dem Joggen bzw. Achtsam sein) und den Auswirkungen des Tuns (bessere Ausdauer bzw. Gelassenheit, Versenkung usw.).

 

Das Achtsamsein ist also nicht Entspannung, Versenkung etc. – das sind die Auswirkungen, wenn man sich in Achtsamkeit übt. Achtsamkeit ist für mich der Akt des Achtsamseins in Hier und Jetzt.

 

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit (im Moment achtsam sein) heißt, sich dessen bewusst zu sein, was gerade jetzt innen und außen passiert und das Geschehen um dich herum gelassen und ohne emotionalen Wirbel, zu betrachten. Du richtest deine Gedanken immer wieder auf das Hier und Jetzt, hier in die Gegenwart. Sonst tust du nichts. Du greifst nicht ein und du musst dabei nichts erreichen. Jeder kann achtsam sein. Also kannst es auch du! 

 

Jetzt bist du vielleicht enttäuscht darüber, das Achtsamkeit nicht bedeutet, dass du dich jahrelang in luftige Höh(l)en des Himalayas zurückziehen musst. Vielleicht hättest du dies gerne gehabt, denn dann hättest du eine Ausrede dafür, dass du ja keine Zeit dafür hast, dich monate- oder jahrelang auf einen einsamen Berg zurückzuziehen.

 

Es ist einfacher als du denkst und das kannst auch du!

 

Achtsamkeit ist eine grundlegende Fähigkeit deines menschlichen Geistes. Jeder kann es, und zu fast jeder Zeit.

 

„Und wie soll das gehen wenn du sowieso schon emotional durcheinander bist?“ Hier ein Beispiel. Du bist in emotionalem Aufruhr, vielleicht bist du wütend, ärgerlich, traurig, oder ängstlich. Dann sehe darin deine Chance zum Üben. Betrachte diesen Zustand möglichst sachlich: „Aha, okay. Ich spüre Wut, Ärger, Trauer oder Angst in mir“.

 

Versuche, auf dieses emotionale Hochpuschen deines Geistes möglichst ruhig zu reagieren, betrachte das Geschehen einfach, ohne einzugreifen. Du trittst innerlich einen Schritt zurück und schaust ganz genau hin. Das ist alles!

 

Übung macht den Meister

Ja, man kann ohne Probleme „mal eben etwas“ achtsam sein. Leider ist diese Achtsamkeit ohne regelmäßige Übung nur schwach ausgeprägt, schwammig und kraftlos. Ein weiteres Beispiel verdeutlicht dir was ich meine. Laufen kann (fast) jeder – aber nur mit Übung kannst du lange Strecken und/oder hohe Geschwindigkeiten laufen.

 

Wenn dein Ziel eine hohe Achtsamkeit ist, dann führt kein Weg an regelmäßigem Üben vorbei. Mal ehrlich, so ist es doch mit jeder neuen Fähigkeit die man erlernen möchte, oder? Du würdest ja auch nicht auf den Gedanken kommen, einen Marathon ohne Übung zu laufen.

 

Ein bisschen achtsam kannst du schon jetzt. Möchtest du noch mehr positive Wirkungen des "Achtsam seins" genießen, brauchst du (am besten tägliche) Übung.

 

Wie war das mit den positiven Auswirkungen?

Nun, lohnt es sich denn überhaupt zu trainieren? Beispiel: Wenn du für den Berlin-Marathon trainierst, dann merkst du, dass du fitter wirst. Wenn du dich für einen Personal-Coach entscheidest, dann siehst du, wie deine Muskeln stärker und wie die Fettpolster kleiner werden. Wie ist das jetzt aber mit der Achtsamkeit? Lohnt es sich? Was kannst du erwarten?

 

Es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass Achtsamkeit eine positive Wirkung auf Körper und Seele hat. Das ist ja jetzt nicht sonderlich überraschend, oder? Und zusätzlich ist Achtsamkeit ein Alleskönner für nahezu jede Art von Beschwerden und Wehwehchen. Seien es Hautkrankheiten, chronischen Schmerzen, Depression, Stress oder Essstörungen. Auch ich praktiziere Achtsamkeit seit einigen Monaten selbst und auch in meinen täglichen Sitzungen mit meinen Jugendlichen gehört Achtsamkeit zu den Basics.

 

Man kann erst dann sein äußeres Verhalten verändern, wenn man erkennt, dass sich die inneren Prozesse stets im Wandel befinden.

 

Doch Vorsicht ist geboten bei den selbst ernannter Gurus, Heiligen und anderen Wohltätern, die auf den fahrenden Zug aufspringen und den schnellen Weg zum Glück versprechen. Auch die wissenschaftlichen Studien sind nicht der heilige Gral. Es gibt nur einen Weg, wenn du achtsam werden möchtest: Probiere es selber aus!

 

Achtsamkeit & Essen

Jeder muss essen. Hier kannst du jeden Tag mehrmals üben. Achtsamkeit beim Essen bedeutet, dir Zeit zu nehmen, auf dein Sättigungsgefühl zu achten und bewusst und mit allen Sinnen zu genießen. Je mehr Zeit du dir nimmst, desto besser kaust du deine Nahrung und erleichterst deinem Körper die Verdauungsarbeit.

 

Achte auf dein Sättigungsgefühl, damit du nie mehr als nötig isst und damit auf längere Sicht Übergewicht vermeidest. Wir tragen zur Entspannung, Stressreduzierung und einem gesteigerten Wohlbefinden bei, wenn wir mit allen Sinnen genießen.

 

Es gibt eine Podcastfolge, in der ich über den sinnlichen Aspekt des Essens gesprochen habe. Sie heißt „Mit allen Sinnen genießen“, und ich empfehle dir diese Folge als Ergänzung anzuhören, denn dort gebe ich viele Tipps zum Thema.

 

Wie erreiche ich beim Essen Achtsamkeit?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du dich voll und ganz auf deine Mahlzeit einlässt. Vermeide jegliche andere Aktivität, sorge dafür, dass du absolut ungestört bist und veranschlage ungefähr die doppelte Zeitdauer, die du normalerweise für dein Essen brauchst. Natürlich sind auch Gespräche mit anderen in dieser Zeit tabu.

 

Hier eine kleine Geschichte dazu:

Ein Zen-Schüler fragt seinen Meister: „Was unterscheidet den Zen-Meister von einem Zen-Schüler?“ Der Zen-Meister antwortet: „Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich.“ „Wieso? Das mache ich doch auch.“ Der Zen-Meister antwortet: „Wenn du gehst, denkst du ans Essen und wenn du isst, dann denkst du ans Schlafen. Wenn du schlafen sollst, denkst du an alles Mögliche. Das ist der Unterschied.“

Ich empfehle dir zu anfangs, dein Essritual in einen Tag einzubetten, der ohnehin in einem langsameren Rhythmus als normal verläuft. Ein Urlaubstag oder das Wochenende kann dir den perfekten Einstieg bieten.

 

Was bedeutet es, das Essen in Achtsamkeit einzunehmen?

Sei dir während des gesamten Essens bewusst über die Bewegungen in deinen Organen. Deinen Empfindungen im Magen-Darm-Trakt, dem Geschmack und der Konsistenz deiner Speisen. Nehme bewusst wahr, wie deine Hand zum Teller geht, mit welchem Widerstand die Gabel in die Speise eindringt, spüre das Gewicht auf der Gabel und nehme die unterschiedlichen Nuancen des Geschmacks wahr. Rieche an der Speise und versuche ihn mit allen möglichen Sinnen zu be-greifen. Kaue langsam und genieße dabei, sei dir jeden Augenblick bewusst was du gerade tust.

 

Das wichtigste bei der Achtsamkeit ist es, deine immer wieder abschweifenden Gedanken einzufangen, und sie wieder bewusst deine Mahlzeit anzukoppeln. "Zerdenke“ diese bewussten Vorgänge nicht. Sensibilisiere deine deine Sinne und werde mit einer Mahlzeit "eins". Die Verschmelzung mit dem Hier und jetzt ist es wert zu leben.

 

Achtsamkeit & Sport

Kommen wir jetzt zum Sport. Es ist Fakt, dass gefährliche Sportarten uns zu mehr Achtsamkeit zwingen. Wann immer wir in Gefahr sind, neigt unser Verstand dazu still zu stehen und Achtsamkeit entsteht ganz natürlich. Nun musst du dich nicht zwangsläufig einer Gefahr aussetzen. Es gibt auch eine Möglichkeit, ungefährliche Sportarten zu nutzen, um achtsamer zu werden.

 

Wie kann Sport zu mehr Achtsamkeit führen?

Du wählst eine Sportart aus, die dich persönlich anspricht und die du zuvor noch nie ausprobiert hast. Das ist wichtig, denn er lässt erst Achtsamkeit entstehen. Geschieht alles automatisch, ist es aus mit der Achtsamkeit. Wann immer du eine Bewegung erlernt hast, übst du sie in aller Regel automatisch aus, unbewusst.

Ein Beispiel vom Fahrradfahren soll dies verdeutlichen. Bist du während der Fahrt mit dem Rad achtsam unterwegs? Ich zumindest nicht immer. Oder spürst du, wie dein Fuß die Pedale berührt, nimmst du alle Verkehrsschilder und Passanten oder entgegenkommende Fahrräder bewusst wahr? Spürst du zu jeder Zeit dein eigenes Körpergewicht auf dem Sattel? Oder geht es dir oft so wie mir, dass du dich dabei ertappst, dass du gar nicht mehr weißt, wie du von A nach B gekommen bist? Deine Gedanken waren in der Zeit ganz woanders?

 

Ich fürchte, dass ich und du keineswegs achtsam unterwegs waren, sondern wir haben die Fähigkeit der Automation benutzt, einmal erlernte Bewegungen oder Handlungen blindlings auszuführen. Mache es dir zu Beginn nicht all zu schwer. Suche dir eine Sportart aus, die du noch nicht kennst oder probiert hast.

 

Nimm wahr, wie dein Körper reagiert, wie sich die verschiedenen Bewegungen und Berührungen anfühlen. Spüre den Untergrund, auf dem du dich bewegst, genieße den Luftzug auf deiner Haut, die Anstrengung der Muskeln und versuche einfach Spaß an der Bewegung zu entwickeln.

 

Bei einer Sportart, die dich körperlich und/oder geistig stark fordert, bleibt keine Zeit zum Nachdenken über Vergangenheit und Zukunft. Damit bist du genau da, wo du sein möchtest: Im Hier und Jetzt, du bist anwesend, du bist da, du bist lebendig.

 

Take Action

Wenn du jetzt angefixt bist und sofort starten möchtest, dann gib ihr ihr eine Chance. Suche dir zuerst ein geeignetes Programm, z.B. die bekannte Vipassana Meditation oder der wissenschaftlich fundierte Ansatz der „Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion“ (Mindfulness Based Stress Reduction, MBSR). Im nächsten Schritt schaust du dir alles in Ruhe an, was dort gemacht und erzählt wird. Ist das für dich nachvollziehbar, logisch und stimmig? Erst dann übst du eine Zeit lang diszipliniert.

 

Und damit meine ich mindestens zwei bis drei Monate. Du sagst ja auch nicht: „Skifahren ist nichts für mich, ich habe es gestern ausprobiert und ich kann es nicht“. Tipp: Übe mindestens zwei bis drei Monate regelmäßig. Dann schaue, ob sich eine Veränderung einstellt. Genau das ist Achtsamkeit. Unvoreingenommene Selbsterfahrung.

 

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